Text und Fotos Friedrich Klawiter
CIRCUS RUDOLF RENZ
Bad Vilbel, 28. März 2026
www.circus-rudolf-renz.de


Direktor Rudolf -Rocky – Renz und seine Partnerin Jaqueline Traber stammen beide aus großen und traditionsreichen Circusfamilien und sind seit einigen Jahren mit ihrem eigenen Unternehmen auf Tour. Der schmucke Familiencircus reist in erster Linie im süddeutschen Raum und bietet seinen Besuchern ein abwechslungsreiches Programm mit internationalen Artisten.
In Bad Vilbel, nahe Frankfurt gelegen, war der Circus auf dem geräumigen Festplatz in exakter Formation aufgebaut.
Zwei Sattelauflieger, der Circusname und großformatige Motive leuchten auf dem in lebhaften Farben gehaltenen Grund den Besuchern entgegen, bilden zusammen mit dem Kassencontainer die Front. Der weitere Fuhrpark erstrahlt in frischem weiß.
Als Spielstätte ist ein weißes Vier-Masten-Chapiteau, dessen violette Applikationen einen lebhaften Kontrast bilden, aufgebaut. Einige Sturmstangen geben dem Zeltbau seine Form. Ein blau und weiß gestreifter Stall ergänzt das Arrangement und bietet den Tieren großzügigen Raum.
Das im Innern blaue Zelt ist mit einem vierreihigen Bankgradin und dekorativen, mit Polsterstühlen ausgestatteten Logen ausgestattet. Ein hoher roter Vorhang schließt den hinteren Teil ab und die Circusrestauration hat ihren Platz gleichfalls im Chapiteau.
Vor bestens gefüllten Rängen startet die Spielfolge mit der Freiheitsdressur von fünf weißen Araberhengsten. Nach einander kommen die Pferde in die in mystisches blaues Licht getauchte Manege. Sie bewegen sich frei und ungezwungen umher, dann greift Direktor Rudolf Renz ruhig und versiert mit ordnender Hand ein und lässt die verschiedenen Formationen souverän ablaufen. Wenig später präsentiert der Chef des Hauses ein munteres Groß-und-Klein, wobei er von seiner sechsjährigen Tochter Jayda Aline bereits tatkräftig unterstützt wird. Eine weitere Dressur-Darbietung folgt im zweiten Programmteil. Zwei mächtige Steppenkamele bieten im Zusammenspiel mit zwei Alpakas eine variantenreiche Laufarbeit.
Das Spiel mit den Hula Hoop Reifen beherrscht Jaqueline Traber perfekt. Gekonnt lässt sie die Ringe in immer wieder neuen Figuren um ihren Körper kreisen, steigert dabei beständig den Schwierigkeitsgrad. Schließlich sind es zwanzig Reifen, die die sympathische Artistin sicher zur gleichen Zeit manipuliert.
Mit einigen Reprisen ist Clown Steven Munoz, ein Enkel von Angelo Munoz, in der Show zu erleben. Zunächst einmal heißt es „Musik machen verboten“, nachdem der August der Aufforderung die Piste zu reinigen nicht nachgekommen ist. Der Direktor konfisziert kurzerhand die Djembe Trommel, die der August auf der Piste „entdeckte“ - doch dies schafft nur bedingt Abhilfe.
Wenig später erobert er, als Mexikaner der etwas zu viel Tequilla genossen hat, vom Haupteingang her die Manege, um sein Können als Messerwerfer zu beweisen. Da sich kein Kollege bereitfindet den Platz am Messerbrett einzunehmen, verpflichtet er kurzerhand einen Logengast für diese ehrenvolle Aufgabe.
Im zweiten Programmteil wird geboxt. Fünf Mitspieler sind, da Ränge und Logen dicht besetzt sind, schnell gefunden und der Ring in bewährter Weise „aufgebaut“. Schon geht es los, der August und sein Kontrahent legen mächtig los – bis der August in der dritten Runde ko geht.
Die finnische Artistin Charlotta Ingraeus ist mit zwei Luft-Darbietungen zu erleben. Zunächst präsentiert sie ihr Können am Luftring. In einem harmonischen Ablauf werden die verschiedenen Aktionen gekonnt ausgeführt.
Zu Beginn des zweiten Teils agiert die charmante junge Frau an den Strapatentüchern. Auch hier versteht sie es geschickt mit flüssigen Übergängen die einzelnen Tricks zu einem stimmigen Ablauf zu verbinden und zahlreiche, effektvoll vorgetragene Abfaller sorgen für den notwendigen Nervenkitzel.
Ebenfalls aus Finnland kommt Handstand-Equilibrist Lauri. Er zeigt sich, obwohl von kräftiger Statur, sehr beweglich und präsentiert eine Vielzahl unterschiedlicher Handstandfiguren in erstklassiger Ausführung. Geschmeidig werden die Aktionen ausgeführt und die Endpositionen sicher erreicht.
Die finale Darbietung sieht Júlia Szegedi am Flying Pole. Elegante Flüge füllen die Kuppel und in höchst kraftvoller Manier werden die zahlreichen Tricks ausgeführt. Immer wieder macht sich auf den Rängen Erstaunen breit, wie es der Artistin gelingt sich mit wenig Kontakt an der Stange zu halten und ihren Körper auch in extreme Positionen zu bringen.
Noch einmal tritt Steven Munoz in den Ring und spielt auf seinem Saxophon „Limelight“. So gelingt der Übergang zum Finale in idealer Weise. Die Mitwirkenden nehmen ihre Positionen ein und Luftballons fliegen in die Logen. Die Einzelvorstellung aller Artisten wird von starkem Applaus begleitet und Direktor Rudolf – Rocky – Renz verabschiedet sein offensichtlich bestens zufriedengestelltes Publikum.