Text und Fotos Friedrich Klawiter
MAIN-TAUBER WEIHNACHTSCIRCUS
Bad Mergentheim, 27. Dezember 2025
www.mt-weihnachtscircus.com


Die sechste Ausgabe des Main-Tauber Weihnachtscircus von Impresario Rudi Bauer brachte erneut eine große Circus-Show in die kleine Kurstadt. Das erfolgreiche Konzept eines traditionellen Circusprogramms in einem festlichen Rahmen wurde beibehalten.
Das gepflegte technische Equipment wurde wiederum vom Circus Universal Renz angemietet. Die großen gelb-weißen Zeltanlagen leuchten festlich im Schein zahlloser Lichterketten und der fein restaurierte Tonnendach-Kassenwagen von Rudi Bauer fügt sich perfekt ins Gesamtbild ein.
Das Innere der Zeltanlagen strahlt Behaglichkeit aus. Roter Teppich, roter Stoff am Rondell, die gepflegten Verkaufsstände der Circusrestauration dazu zahlreiche Sitzgelegenheiten und eine stimmige Dekoration strukturieren das Vorzelt.
Im Spielzelt stehen ein großes Schalensitzgradin sowie dreireihige Logen mit bequemen Polsterstühlen für die Besucher bereit. Der raumhohe Artisteneingang nimmt den hinteren Zeltbereich ein und wird von zwei großen Weihnachtsbäumen flankiert.
Das bunte Opening der Show, für deren Inszenierung in diesem Jahr Joey Grand – der Partner von Rudi Bauer – verantwortlich zeichnete, wurde von den sechs Tänzerinnen des „La Rouge Dancers Showballett“ gestaltet.
Ringmaster David Paschke – wie stets stilvoll und edel im roten Frack, weißer Reithose und mit schwarzem Zylinderhut – heißt das „hoch verehrte Publikum“ im bestens besetzten Rund herzlich willkommen und gibt die Manege frei.
Christiano Dias ist mit seinen gelungenen Jonglagen als erster zu erleben. Keulen, Tennisbälle und bis zu sieben Ringe sind seine Requisiten, die er sicher und variantenreich zu manipulieren versteht.
Direkt im Anschluss sehen wir eine völlig andere Jonglage-Disziplin – Ernita Ronzalli präsentiert ihr Können mit Hula Hoop Ringen. Temperamentvoll werden die verschiedenen Routinen vorgetragen und zudem beherrscht die versierte Artistin außergewöhnliche Tricks. Mehrfach schwebt sie an einer Strapate hoch in die Kuppel und lässt dabei weiterhin die Reifen um Körper und Gliedmaße rotieren.
Einige Male begegnen wir Clown Lucas Pontigo im Verlauf des Programms. Er überbringt Manegensprecher David Paschke ein Geschenk und manipuliert – anstatt weisungsgemäß den Teppich zu kehren – seinen Hut. Ein Becher Popcorn steht im Mittelpunkt der Handlung einer weiteren Reprise und schließlich versucht er sich als großer Magier.
Das „Duo One“ - Konrad und Maria Kosianowska – ist am Haltestuhl, einem leider nur noch selten zu gearbeitetem Genre, zu sehen. Die vielseitige Figuren erfolgen in erstklassiger Ausführung und oftschwebt die Partnerin frei in der Luft. Mit einem Salto an den Händen des Partners findet der Auftritt seinen Höhepunkt.
Zwei Tier-Darbietung waren in der aktuellen Produktion des Main-Tauber Weihnachtscircus zu erleben.
Zunächst präsentieren Perry und Dani Jahn ihre beiden mächtigen Seelöwen in humorvoller Weise. Die Robben balancieren Bälle und stellen ihre Gesangskünste unter Beweis. In Interaktion mit zwei Kindern aus dem Publikum fangen sie Ringe auf und können sogar gestreichelt werden.
Im zweiten Teil der Show präsentieren Namayca Bauer und ihr Partner Paul ihre große Bauernhoftiere-Revue.
Die in Monte-Carlo ausgezeichnete Darbietung bringt rund zwanzig Tieren - Ziegen, Schweine und Hunde verschiedenster Rassen, sowie einem Zwerghahn und einem Pony - in den roten Ring. In einem flott inszenierten Ablauf erfolgt eine enorme Anzahl abwechslungsreicher Tricks. Abwechslungsreiche und vielseitige Sprünge, Balken- Flaschen- und Hinterbeinlauf und eine Tonne rollen gehören zum munteren Spiel. Zwei Schweine schaukeln auf einer Wippe, die eine Walliser-Ziege in Bewegung hält. Mit einer reitenden Ziege und den Touren auf einer Rutschbahn findet der Auftritt sein gelungenes Ende.
Denis Ilchenko stellt seine Kräfte in vielseitiger Weise und mit einem Augenzwinkern unter Beweis. Zum aufwärmen wird mit drei Pkw-Reifen jongliert und ein Metallrohr zu einer Schleife gebogen. Nun zieht der starke Mann einen schweren SUV an einer Kette nur mit seinen Zähnen quer durch die Manege. Ein Holzstamm als Joch auf seinen Schultern wird mit vier Personen besetzt und als Art Karussell in Bewegung gesetzt. Den Höhepunkt der Demonstrationen seiner Kraft bildet das überrollen seines Oberkörpers durch das SUV.
Direkt vor der Pause und zu Beginn des zweiten Teils waren die beiden Darbietungen der „Truppe Steam“ platziert. Zunächst sind vielseitigen Aktionen der sechs ukrainischen Artisten an der Trampolin Wall zu sehen. Wenig später folgen die Sprünge von der „Russischen Schaukel“ in eine Stoffbahn, die im Hintergrund der Manege aus der Kuppel bis zur Erde gespannt ist.
Am Schwungtrapez arbeitet Micael Castanheira zunächst einige Tricks am ruhenden Requisit. Zehen- und Fersenhang gehören zum Gezeigten. Dann versetzt er den Luftapparat in vollen Schwung und bietet einige Abfaller. Abschließend wird ein Überschlag zum Stand über der Trapezstange ausgeführt.
Klischnigger Amar Djargal versetzt die Zuschauer in blankes Erstaunen. Unter Assistenz von vier Tänzerinnen vollführt er beinahe eine komplette Umdrehung seines Körpers um die Längsachse. Immer wieder verrenkt er Körper und Gliedmaßen in extremer Weise und zum Höhepunkt seines Acts zwängt er sich durch einen Tennisschläger.
Temperamentvoll geht es bei den Ikarischen Spielen der Dias Brothers zu. Sicher werden die vielseitigen Voltigen ausgeführt. Gekonnt erfolgen die in Serie gesprungen Saltos, teils mit Schraube und Kombinationen aus einfachen und Doppelsalto.
Die „Luftman Extreme FMX“-Truppe liefert den Adrenalin geschwängerten abschließenden Act der Show. Über eine schmale Rampe im Eingang des Zeltes setzen sie zu ihren verwegenen Stunts, über die Logenbesucher hinweg, an und fliegen auf, neben und über ihren Maschinen über die Manege hinweg. Mit jedem Durchgang steigert sich das Risiko bei den Stunts und ein Rückwärtssalto mit der Maschine markiert den Höhepunkt der Vorführung.
Das große Finale bringt noch einmal alle Mitwirkenden in den roten Ring und Manegensprecher David Paschke verabschiedet ein äußerst zufriedenes Publikum, dessen Erwartungen offensichtlich erfüllt wurden und das die Artisten mit langem und starkem Applaus verabschiedet.