Text und Fotos Friedrich Klawiter
CIRCUS Öouis Knie
Altenkirchen, 31. Oktober 2026

https://louisknie.com
Zum Ende der aktuellen Saison gastiert Louis Knie mit seinem Circus in einigen Städten Deutschlands. So auch in Altenkirchen im Westerwald, wo es nach einigen Jahren Pause nun wieder einmal großen internationalen Circus zu erleben gab. Die mitreißend inszenierte und unterhaltsame Show kommt bei den Besuchern bestens an.
Der Festplatz in Altenkirchen ist schmal, so dass die große Fassade des Circus das Gelände beinahe komplett teilt. Die fünf riesigen Spannbänder der Fassade sind kunstvoll mit lebhaften Circusmotiven bemalt.
Seitlich vor der Front hat die Circuskasse ihren Platz. Sie ist im ausziehbaren Erker eines eleganten und fein restaurierten dreiachsigen Wohnwagens untergebracht.
Ein weißes Vier-Masten Chapiteau mit roten Absetzungen und hoher spitzer Kuppel ist die Spielstätte des Circus und ein weißes Festzelt ergänzt als Vorzelt das Arrangement.
Ein kleiner Biergarten mit Grillstation ist vor dem Vorzelt eingerichtet. In diesem nimmt ein großer Verkaufswagen eine der Kopfseiten ein. Weitere Stände, Sitzgelegenheiten und Stehtische strukturieren den Raum. Die Wände sind üppig mit Spannbändern, die Szenen aus vergangenen Shows zeigen, dekoriert. Auch die Historie der Familie von Louis Knie wird auf einem großen Stammbaum sowie mit Plakaten aus der Vergangenheit dargestellt.
Im Chapiteau stehen ein modernes neunreihiges Gradin mit Einzelklappsitzen sowie 2 Reihen Logenstühle für die Besucher bereit. Ein hoher Artisteneingang aus dunkelrotem Samt, mit goldenen Bordüren, schließt den hinteren Zeltteil ab.
Die Lichtanlage ist extrem umfangreich. Mittels eines exzellenten, abwechslungsreichen und ausgeklügelten Lichtkonzept sowie reichlichem Einsatz von Bühnennebel setzt Louis Knie die Show in einmaliger Weise in Szene.
Die Musik kommt vom Band und wird von Manfred Huber, der hinter einem gigantischen Schlagzeug kaum zu sehen ist und einer Violinistin live unterstützt. Die Anlage zeigt sich mehr als leistungsfähig und dröhnt mit extremer Lautstärke, so dass der Circus sinnigerweise „Gehörschutz Kopfhörer für Kinder“ feil bietet.

Während eine Stimme aus dem Off das Publikum begrüßt, die unter dem Titel „Wow“ stehende Show in den höchsten Tönen lobt und mit Superlativen nicht spart, schlagen die Komiker eine alte Chronik auf und lassen die Bilder darin lebendig werden. Den weiteren Verlauf des Opening gestalten die „Dolly Power Dancers“ mit einer temperamentvollen Choreographie.
Clown Bambolito, eine fröhlich-kindliche Figur, eröffnet die Spielfolge mit einer ersten Reprise. In die gekonnte Jonglage mit drei und vier Bällen sind eine Reihe Gags eingebaut. Zu Beginn eines weiteren Auftritts wird in bekannter Weise mit Popcorn hantiert, doch dann ändert sich der Ablauf und mit einem Mitspieler aus den Logen initiiert der Clown ein Tennismatch mit imaginären Bällen und einem ebensolchen Netz. Mit den vier Stühlen geht es in die Pause. Das ausführliche Entrée im zweiten Teil der Show absolviert Bambolito gemeinsam mit der Violinistin, deren Vortrag er mit seinem Spiel „stört“
Die „Wolf Brothers“ bieten zwei  Comedy Auftritte. Zunächst kämpfen sie in ihren Rollen als Trapezstar und Requisiteur gegen die Technik, die Schwerkraft und um den Platz auf dem Trapez. Später treten sie im Schottenlook als Kascadeure in Erscheinung. Eine Planke und ein Tisch sind die Requisiten um die sie ihre Action aufbauen.

In einem weiteren „auf komisch“ gearbeiteten Act präsentiert das Duo „Desire of Fight“, ein kleines Wortspiel des bestens bekannten Duo „Desire of Flight“ für seine Zweitnummer, einen besonderen Quick Change. Die zahlreichen Wechsel der absonderlichen Kostüme werden mit zusätzlichen Gags gewürzt und kommen beim Publikum bestens an.
Selbstverständlich sehen wir das Duo auch mit seiner hervorragenden Darbietung an den Strapaten. In weiten, raumgreifenden Flügen erfolgen die vielen, oftmals Risiko behafteten und stets völlig ungesichert gearbeiteten Tricks. Völlig sicher und spielerisch leicht wirkend erfolgen die Aktionen, die  von den Besuchern gebannt verfolgt werden.
Rasant rotieren „The Skating Passion“ auf ihrer kleinen Plattform und präsentieren dabei eine Reihe relevanter Tricks des Genres. Zum Höhepunkt des Auftritts zeigt die Partnerin einen Wirbel im Genickhang um die Körperlängsachse während sie mit ihrem Partner ihre Runden dreht.
Nicole Berousek beherrscht das Spiel mit den Hula Hoop Reifen erstklassig. In vielerlei Varianten lässt sie die Ringe kreisen. Einige einarmige Handstand-Überschläge, während die Hula Hoops weiter manipuliert werden sind ein besonders Merkmal ihres Auftritts, der auch dank seiner hervorragenden Inszenierung, auch ein Laser ist eingebunden, einen starken Eindruck hinterlässt.
Einen Hauch Las Vegas Atmosphäre verbreitet die Show der „Magic Eötvös“. Mit großer Attitüde und ausführlichen Tanzsequenzen tragen die Magierin unter Beteiligung der „Dolly Power Dancer“ die Großillusionen vor.

Die „Malinovsky Brothers“ arbeiten zu dritt am Chinesischen Mast. Die vielseitige Trickfolge wird kraftvoll und gekonnt vorgetragen.
Die Finalnummer bietet die Truppe „White Angels“ am Schleuderbrett. Beinahe das komplette Ensemble ist in Auftritt eingebunden, so dass achtzehn Personen die Manege füllen. Die zahlreichen Tricks sind in eine temperamentvolle Choreographie eingebettet und werden sowohl auf einem Polster, als auch auf den Schultern der Truppenmitglieder sicher gestanden. Ein Sprung in den Spagat, auf einen Russischen Barren, sowie ein Vier-Mann-Hoch ohne Vorteil gehören zu den hervorstechenden Aktionen. Ein Salto in einen Sessel an der Spitze einer Gürtelperche ist ein weiterer Toptrick, ehe mit einem Salto zum – Stangen gestützten – Fünf-Mann-Hoch der Höhepunkt des Auftritts erreicht ist.
Eine letzte Reprise bringen die „Wolf Brothers“ und Clown Bambolito in den roten Ring. Zusammen mit einem Besucher versucht man sich am Schleuderbrett.
Das Finale wird von Louis Knie stets besonders aufwändig in Szene gesetzt. Noch einmal werden alle Register gezogen und die Möglichkeiten der Lichttechnik eindrucksvoll vorgeführt. Ausführliche Choreographien des ganzen Ensembles füllen den Raum, dann tritt der Chef des Hauses in den Ring und verabschiedet ein sehr zufrieden gestelltes Publikum, das rund zwei Stunden guter Live Unterhaltung genossen hat.
https://www.zirkus-charles-knie.de/