Text und Fotos Friedrich Klawiter
28. GELSENKIRCHENER WEIHNACHTSCIRCUS
Gelsenkirchen, 13. Dezember 2025

www.gelsenkirchener-weihnachtscircus.de
Zum achtundzwanzigsten Mal veranstaltete die Familie Probst ihren Weihnachtscircus in Gelsenkirchen und brachte erneut ein glanzvolles Show-Event ins Herz des Ruhrgebiets.
Wie seit vielen Jahren war der große Circus im Revierpark Nienhausen aufgebaut und bot den vertrauten Anblick. Die rot-gelben Zeltanlagen an diesem trüben Wintertag im Schein unzähliger Lichterketten. Ein Zweimaster bildet das Vorzelt und wird vom großen hohen Viermasten Chapiteau überragt. Stallungen, Freigehege und die zahlreichen Circuswagen nehmen den übrigen Raum ein. Opulenter Weihnachtsschmuck, stets ein besonderes Highlight dieses Weihnachtscircus, ziert Zäune, Kasse, Fahrzeuge und Zelte und sorgt mitsamt der zahlreichen Weihnachtsbäume für ein festliches Flair.
Das weihnachtliche Ambiente setzt sich im Innern des Vorzeltes mit geschmückten Verkaufsständen und einem gemütlichen Circus-Café fort, über dem Lichterketten ein funkelndes Firmament bilden.
Ein großes Schalensitzgradin und elegante dreireihige Logen stehen im Spielzelt für die zahlreichen Besucher bereit. Der große Artisteneingang aus dunkelrotem Samt bietet auf seiner Empore dem ausgezeichnet aufspielenden Orchester und der Leitung von Juri Rebenok den angemessenen Raum.
Für das kreative und ausgeklügelte Lichtdesign mit dem die Show erstklassig zur Geltung gebracht wird ist wiederum Andreas Probst verantwortlich.

„It's Showtime“ lautete das Motto der aktuellen Produktion. Nach der märchenhaften Erzählung des Vorjahres wurde die neue Show im Stil einer Revue inszeniert und bot dem großen, zehnköpfigen Ballett des Hauses, der „Probst Dance Crew“, breiten Raum für umfangreiche Auftritte.
Im Opening wird das Motto der Show eindrucksvoll umgesetzt. Sowohl das Lichtdesign als auch die Kostüme erstrahlen in rot und gelb. Aufwändige Federboas sowie eingearbeitete LED Lichtschnüren an den Kostümen und im üppigen Kopfputz, der auch den Namenszug „Probst“ zeigt, der Tänzerinnen verleihen dem Ballett eine besondere Aura. Die elegante Choreographie füllt die Manege rings um die vierteilige Showtreppe, auf deren Empore Sängerin „Lily“, sie durften wir bereits in den Vorjahren hier erleben, das Geschehen mit ihrer starken Stimme begleitet.
Mademoiselle Roxanne präsentiert ihr Können mit den Hula Hoop Ringe. Variantenreich und in sehr elegantem Stil lässt die Artistin die Reifen um ihren Körper rotieren.
Einen veritablen Quick Change tanzt die junge Frau zusammen mit ihrem Partner Michael Massot.
Dieser ist in seinem Soloauftritt als sehr versierter Diabolo-Jongleur zu erleben. Fehlerfrei und gekonnt werden die vielseitigen Routinen vorgetragen. Bis zu drei Diabolos werden zur gleichen Zeit sicher in der Luft gehalten.
In einer weiteren Jonglage-Darbietung wirbelt Dennis einen Röhrenkubus umher.

Drei Tier-Darbietung waren in den Ablauf integriert. Zunächst präsentiert Gerd Koch drei Lamas im Zusammenspiel mit drei Dartmoor Ponys. Abwechslungsreiche Lauffiguren prägen diesen Auftritt.
Wenig später leitet der erfahrene und vielseitige Tierlehrer gemeinsam mit seiner Frau Marietta sechs Pudel zu ihrem munteren Treiben an. Vielseitige Sprünge, Rollenlauf und Hochsitzer werden mit Eifer ausgeführt.
Im zweiten Teil des Programms präsentiert Stephanie Probst eine Pferde-Freiheit mit drei Friesen und drei weißen Araberhengsten. Souverän lässt die Junior-Direktorin die vielseitigen Figuren ablaufen und einige Da Capo Steiger runden den Auftritt in idealer Weise ab.
Celina Probst hat sich eine Darbietung am Luftring erarbeitet. Mit Verve präsentiert der Teenager sein umfangreiches Können über der Manege und in weiten Flügen nutzt die Nachwuchsartistin schließlich den gesamten Raum der Kuppel.
Komiker Evan Massot ist für den Frohsinn im Rahmen dieser Show zuständig. Er spielt mit Glöckchen und lässt diverse „Verletzungen“, die er sich beim jonglieren mit Bechern zuzog, mit einem Kuss einer Zuschauerin auf die betreffende Stelle kurieren. Im umfangreichsten Auftritt erleben wir seine Variante der „Filmszene“.

Groß in Szene gesetzt, mit Licht und Ballett, wurde die Handstandequilibristik von Pucci. Nachdem die ersten Handstandfiguren auf Stäben erfolgten, wechselt die Szene und der Artist arbeitet sich auf einer Stuhlpyramide in die Höhe. Schließlich bilden sechs Stühle einen labilen Turm auf dem die longengesicherten Handstände erfolgen.
Vor der Pause wurde das Fliegende Trapez der „Flying Weiss jr.“ geboten. Zwei Voltigeure und ein Voltigeuse bieten einige der gängigen Tricks des Genres; ein Doppelsalto mit verbundenen Augen und eine Passage sind die Höhepunkte des Acts.
Der zweite Programmteil beginnt mit der bestens bekannten Keulen- und Fußballjonglage des Duo Rapolli. Die vielseitigen Abläufe münden schließlich in eine Routine mit Keulen, bei der Helena auf dem Kopf ihres Partners Antonio steht.
Die Tochter der beiden, Claudia Rapolli Navratilova, tanzt auf dem Seil. Mit frischem Schwung und jugendlichem Charme präsentiert die Nachwuchsartistin ihr Können, das in einem Spagat, einem Handstandüberschlag und dem Sprung durch einen mit Dolchen besetzten Feuerreifen gipfelt.
Einen faszinierenden und nur selten zu sehen Act bietet ein Paar, dessen Namen leider nicht kommuniziert wurde, mit doppeltem Zopfhang. Beide Partner treten als Porteure in Erscheinung und schließlich schwebt der männliche Partner mit einem Motorrad an seinem Zopf hoch in die Kuppel.

Komplettiert wird die umfangreiche Spielfolge mit drei Darbietungen der mongolischen Puje Truppe. Zunächst brilliert die gesamte Truppe mit Seil springen. In vielseitigen Formationen werden die wirbelnden Taue überquert. Mittels Saltos, zu viert im Liegestütz übereinander, im 3-Mann-Hoch und in vielen weiteren Varianten werden rhythmisch geschwungenen Hindernisse überwunden und eine der Artistinnen dient gar als „lebendes Sprungseil“.
Die drei Damen der Truppe sind wenig später mit Kontorsionen zu erleben. Spielerisch leicht wirkend werden die Körper und Gliedmaßen in extreme Positionen gebracht und mit einem dreifachen Mundstand findet der Auftritt seinen gelungenen Abschluss.
Als Final-Darbietung wurden die Handvoltigen der Truppe Puje geboten. Dynamische Flüge, exaktes Timing und gekonnte Akrobatik sind die Grundlagen dieses mitreißenden Auftritts.
Nach vielen Tanz- und Gesangseinlagen während der Show bietet das Finale natürlich noch einmal eine ganz große Bühne für Ballett und Sängerin. Genauso üppig ausgestattet wie beim Eröffnungsbild, nur dieses Mal ganz in weiß mit goldfarbenen Akzenten, erleben wir ein wenig „Lido de Paris“ inmitten Gelsenkirchens. Nach Einzelvorhängen für jede Nummer, Feuerwerk und Konfettiregen nimmt das Ensemble auf der Showtreppe Aufstellung und lässt sich vom begeisterten Publikum, das nach knapp dreieinhalb Stunden Show vielleicht auch ein wenig sich selbst applaudiert, mit nicht enden wollendem Applaus feiern.