Text und Fotos Friedrich Klawiter
CIRCUS EDMUND KAISER
Karlsruhe, 03. Oktober 2026

Auf seiner jährlichen Tour durch den Südwesten unseres Landes gastierte Edmund Kaiser mit seinem schmucken Circus in Karlsruhe-Durlach. Mit großem Einsatz, Können und Enthusiasmus betreibt die Familie ihren Circus und bietet ihrem Publikum beste traditionelle Unterhaltung.
Ein langes, recht schmales Gelände steht dem Circus hier zur Verfügung. Der ist Platz verkehrsgünstig gelegen, an einer Hauptstraße und einem Haltepunkt des Karlsruher Schienennahverkehr, so dass die ankommenden Besucher gleich auf den prominent platzierten Kassencontainer treffen. Die prächtige Fassade nimmt die Längsseite des Geländes ein. Der Zierzaun trägt Lichterbögen und Kandelaber und die Zaunfelder sind mit weißen Kunststoff-Planken und mit einer Plakette mit dem Logo des Circus gestaltet. Dahinter stehen Schiebeplanen Auflieger, deren Planen eindrucksvoll mit einem rot-weißen Streifendekor und prächtig daherkommenden Steigerpferden gestaltet sind. Große gelbe Lettern formen auf beiden Seiten den Circusnamen. Zugmaschinen, Wohnwagen und weitere Fahrzeuge haben dahinter ihren Platz. Am unteren, breiteren Ende des Platzes sind die modernen weiß-roten Zeltanlagen aufgebaut. Das Vier-Masten-Chapiteau, dessen Kuppel von acht hohen Quaderpools geformt wird, leuchtet hell in der milden Herbstsonne. Lichterketten sorgen für einen poetischen Look in der Dämmerung und von der Traverse zwischen den Masten leuchtet in rhythmischem Farbwechsel der Circusnamen hoch über der langen Kuppel. Ein zweimastiges Vorzelt im passenden Design komplettiert das Arrangement.

Ein weiß-roter Stall und großzügige Freigehege bieten den zahlreichen Tieren des Unternehmens eine perfekte Unterkunft.
Der Verkaufswagen der Circusrestauration hat seinen Platz im Vorzelt und Sitzgruppen sowie Stehtische bilden die weitere Einrichtung.
Warme Rottöne beherrschen das Interieur des im Innern blauen Zeltes. Das moderne, teils mit Schalensitzen ausgerüstete Gradin, elegante Logen mit Polsterstühlen und der raumhohe Artisteneingang finden Ergänzung in einer Leuchtpiste.
Die gut bestückte Lichtanlage wird virtuos eingesetzt und mit einem gekonnten Lichtdesign wird die sehr flott und lückenlos ablaufende Show effektvoll in Szene gesetzt. Sehr gut gewählte Musik und eine leistungsstarke Tonanlage, zu der ein Schlagzeuger gekonnt die notwendigen Akzente setzt, unterstützen die auftretenden Artisten in erstklassiger Weise.

Juniorchef Alex Kaiser übernimmt eloquent die Begrüßung des Publikums und gibt die Manege für die erste Darbietung frei.
Den „Tanz auf dem gespannten Silberdraht“ beherrscht Jermina Frank perfekt und mit diesem traditionellen Genre startet die abwechslungsreiche und unterhaltsame Show in idealer Weise. Vielerlei Schrittfolgen und Balanceposen erfolgen elegant und gekonnt.
Im zweiten Teil des Programms sehen wir die charmante junge Frau wieder, nun mit einem  interessanten Auftritt hoch in der Zeltkuppel. Eine Tuchschlinge wird in Art eines Schwungseils eingesetzt und zahlreiche Abfaller bilden den Schwerpunkt der Nummer.
Ihre Schwägerin Michelle Frank ist gleichfalls mit einer Luft-Darbietung zu erleben. Am Luftring präsentiert sie eine umfassende Trickfolge. In erstklassiger Ausführung werden die relevanten Tricks des Genres gekonnt und charmant dargeboten.
„Circusprinzessin“ Madison Summer, fünfjährige Tochter von Michelle Frank und Alex Kaiser, begeistert die Besucher mit einem starken Auftritt. Zunächst präsentiert das kleine Mädchen sein Können mit den Hula Hoops. Gekonnt manipuliert sie die Ringe und schließlich beherrscht sie deren fünf, die um Körper und Arme kreisen. Nun wechselt sie das Metier und agiert am Luftring. Völlig selbständig präsentiert sie auch hier einen abwechslungsreichen, und angesichts ihres Alters trickstarken Ablauf.
Der „menschliche Vukan – Mr. Barnabas“ kommt mit seinen Feuerspielen beim Publikum bestens an. Er streicht mit lodernen Fackeln über die Haut seiner Arme und löscht die Flammen im Mund aus. Schließlich lässt der Fakir riesige Feuersäulen aus seinem Mund in die Kuppel aufsteigen.

Als vielseitige und gut ausgebildete Artisten und Tierlehrer treten die beiden Junioren  Alex und Marlon vor ihr Publikum.
Einen prächtigen Vierer-Zug edler Araber-Hengste präsentiert Alex in einem harmonischen Ablauf. Ruhig und souverän lässt der versierte Tierlehrer die umfangreiche Laufarbeit ausführen und die fuchsfarbenen Pferde bieten in ihren orange-grünen Geschirren und  Puscheln ein prächtiges Bild. Ein Kamel und zwei Dromedare folgen im weiteren Programmverlauf den Anweisungen von Alex Kaiser, der die vielseitigen Figuren temperamentvoll ausführen lässt. Je zwei Lamas und Esel komplettieren im Verlauf des Auftritts den Exotenzug.
Zudem sehen wir den jungen Mann als geschickten und sicheren Jongleur. Mit Tennisbällen werden die ersten Routinen gearbeitet und schließlich mit fünf Bällen variantenreiche Muster gezeichnet. Die folgenden Touren sehen drei und vier Keulen als Requisiten, ehe bis zu sechs Ringe gekonnt manipuliert werden. Die effektvolle Jonglage mit Fackeln bildet den abschließenden Höhepunkt des Auftritts.
Auf der Rola Rola erleben wir Alex Kaiser mit einem interessanten Auftritt. Auf dem Rollbrett steht ein leiterähnliches Gestells und auf dessen oberster Ebene jongliert er mit Keulen. Ein Ring wird durchstiegen und Seil gesprungen. Schließlich stapelt der versierte Artist sechs flache Bänkchen unter seinen Füßen zu einem hohen Turm.

Der zweite Programmteil startet mit der formidablen Flaschenstuhl-Darbietung von Alex Kaiser. Auf einem hohen Piedestal baut er auf vier bauchigen Champagnerflaschen seinen Turm aus Stühlen auf und zeigt hervorragend ausgeführte Handstände. Schließlich sind es sieben Stühle, die die hohe Pyramide bilden und der Handstand auf deren Spitze lässt viele Besucher die Luft anhalten Doch der kühne Akrobat setzt noch eins drauf – zum allgemeinen Erstaunen kommt noch ein achter Stuhl zum Einsatz und alleine dessen empor reichen ist eine Meisterleistung an Kraft und Balance des Helfers Marlon Kaiser. Als Da Capo sehen wir einen Handstand auf einem nur auf drei Flaschen stehenden Stuhl.
Marlon Kaiser ist Clown „Bambino“. Im Zusammenspiel mit seinem Bruder bietet er zunächst einigen Wortwitz ehe sich Pony „Charly“ als Rausschmeißer betätigt. Für einen Schleuderbrett-Act findet der August schnell zwei Kinder als Mitspieler, doch das Requisit versagt leider den Dienst. Im zweiten Programmteil dürfen sich vier Freiwillige als Schauspieler in der „Filmszene“ beweisen, bei der der Clown als Regisseur fungiert.
Schließlich präsentiert Marlon Kaiser in seinem letzten Auftritt zwei muntere Esel in einem fröhlichen Ablauf.

Die Finalnummer bestreiten die „Gebrüder Kaiser“ im US-Todesrad. In hohem Tempo rotiert das mächtige Requisit, während die beiden Akteure in den Kesseln für Action sorgen. Zahlreiche Sprünge, Seil springen und ein Blindlauf steigern die Spannung auf den Rängen.
Das flott ablaufende Finale bringt noch einmal alle Mitwirkenden in die Manege und offenbart,  das es lediglich fünf erwachsener Personen und der kleinen „Circusprinzessin“ bedurfte, für zwei Stunden hervorragender, abwechslungsreicher, traditioneller Circusunterhaltung zu sorgen. Alex Kaiser stellt alle noch einmal vor und Madison Summer genießt bei einigen Tricks eines Kinder-Parterre noch einmal die Aufmerksamkeit und den großen Applaus des überaus zufriedengestellten Publikums.
Die Familie Kaiser versteht es ausgezeichnet, mit Engagement und Können ihr Publikum bestens zu unterhalten und allen Erwartungen zu entsprechen.
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