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Text und Fotos Friedrich Klawiter
WIESBADENER WEIHNACHTSCIRCUS
Wiesbaden, 22. Dezember 2017

www.weihnachtscircuswiesbaden.de
Zum fünften Mal präsentierten Roberto Frank und seine Familie den Wiesbadener Weihnachtscircus. Die bestens etablierte Veranstaltung fand wiederum auf dem traditionsreichen Festplatz „Gibber Kerb“ statt. Mit einem hochwertigen, sehr gut präsentierten Programm begeisterte man die Besucher aufs Neue.
Zwei hintereinander stehende Chapiteaux funkeln im Schein der romantischen Illumination zahlreicher Lichterketten. Ein hoher Zaun, die Felder sind mit Spannbändern die das Circus-Logo zeigen gestaltet, umschließt das Gelände.
Eine gemütlich heimelige Atmosphäre herrscht im Foyerzelt. Roter Teppich bedeckt den Boden, roter und weißer Stoff strukturiert den Raum. Tannengirlanden, Weihnachtsbäume, Verkaufsbuden und weihnachtliche Dekor sorgen für ein festliches Ambiente. Die Kasse ist in einer der Weihnachtsmarktbuden untergebracht, so dass die lange Schlange der Kartenkäufer vor den Unbilden der winterlichen Witterung geschützt ist.
Die dekorativen roten-blauen Logen sind mit bequemen Polsterstühlen ausgestattet und ein fünfreihiges, größtenteils mit Schalensitzen bestücktes, Gradin komplettiert die Sitzgelegenheiten. Ein großer Artisteneingang aus dunkelblauem Samt beherrscht den hinteren Teil des Zeltes.

Mit einer kleinen weihnachtlichen Geschichte beginnt die Vorstellung. Ein jugendlicher August bemüht sich den Lichtkegel eines Spots einzufangen und erhellt, kaum dass das Licht in seinem Eimer leuchtet, das weite Rund. Der Weihnachtsmann kommt mit seinem Gefolge in einer Kutsche in die Manege und Nadja Frank, sie übernimmt wiederum versiert und eloquent in sehr angenehmer Weise die Rolle der Manegensprecherin, heißt das zahlreich erschienene Publikum „herzlich willkommen“.
Der Weihnachtsmann startet die Spielfolge mit der Präsentation von vier Shetland-Ponys. Eifrig trippeln die Mini-Pferde ihre Figuren in den Sand und mit Barrieresprüngen erreicht der Auftritt seinen Höhepunkt.
Simonetta Golini bietet eine erste Luftnummer. Zunächst bilden die beiden Tücher zwei lange Schlingen und werden zu einer Reihe kraftvoll ausgeführter weiten Flüge durch die Kuppel genutzt. Eine Reihe gekonnt ausgeführter Haltefiguren ergänzt die Trickfolge.
Leonardo di Blasio ist mit seiner Strapaten-Darbietung zu erleben. Der junge Artist präsentiert in kraftvoller Manier eine Reihe erstklassig ausgeführter Tricks hoch in der Kuppel des Chapiteau. In eleganter Weise werden auch die anspruchsvollsten Abfälle geboten.

Clown „Charly“ - Raimon Frank - ist mit einigen erstklassig gespielten Reprisen im Verlauf der Show zu erleben. Zunächst erobert er, als Putzmann, kaum das Musik erklingt das Mikrofon mit fulminantem Gesang. Doch kaum wechselt das Playback zu einer weiblichen Stimme requiriert er flugs einen Mitspieler aus einer Loge und lässt diesen, mit dem Wischmopp als Perücke ausstaffiert, den weiblichen Part übernehmen.
Wenig später erleben wir ihn in rasanter Art und Weise als „Schleuderbrett-Artistin“ in einem folkloristisch gestalteten Aufzug; mit bekanntem Ausgang der Szene.
Auch das Kunstschützen-Entrée wird tempogeladen und ohne Längen gekonnt gespielt. Etliche Ballons zerplatzen vor der Zeit, ehe die Mitspielerin zum finalen Schuss kommt.
Fernando Frank präsentiert seine erstklassigen Kraftjonglagen, mit denen er im vergangenen Jahr auch in der RTL-Fernseh-Show „Das Supertalent“ zu erleben war. Sicher und gekonnt werden die verschiedensten Gegenstände auf der Kinnspitze ausbalanciert. Auf einen Stuhl, Tisch und Vorschlaghammer folgt ein großes Element eines Metallzaunes. Schließlich findet ein funktionsfähiger Elektro Schlaghammer von rund vierzig Kilo Gewicht den Weg auf das Kinn des Artisten.

Direktor Roberto Frank ist mit zwei Dressur-Darbietungen zu erleben. Zunächst sehen wir ein Groß-und-Klein in der höchst selten zu erlebenden Kombination eines Kamels und eines Ponys. Im zweiten Programmteil leitet der Chef des Hauses vier prächtige Steppenkamele an, ihr erlerntes Können zu zeigen. Ruhig und souverän agiert der erfahrene Tierlehrer und lässt die vielseitigen und anspruchsvollen Abläufe gekonnt ausführen. Als Da Capo zeigen Lamas ihr Sprungvermögen, indem sie über die abliegenden Kamele hinweg setzen.
Weitere Darbietungen mit tierischer Beteiligung bringt Walter Lauenburger in die Wiesbadener Weihnachtsmanege. Vier quirlige Hunde verschiedener Größe tollen verspielt umher und zeigen temporeich ein breites Repertoire verschiedener Tricks. Variantenreiche Sprünge bilden den Schwerpunkt des Auftritts.
Wenig später präsentiert der Tierlehrer gemeinsam mit seiner Partnerin eine artenreiche Gruppe Bauernhoftiere. Zwei große Esel, drei Schafe, drei Ziegen zwei Hunde und eine Schar Laufenten sind in den abwechslungsreichen und flott vorgetragenen Ablauf eingebunden.

Jongleur Ernani Sibilla manipuliert gekonnt Tennisbälle. Die Muster werden sowohl als Bodenjonglage als auch „nach oben“ gearbeitet. Es folgen Routinen mit Zylinderhüten. Variantenreich und sicher wird die umfassende Abfolge unterschiedlicher Routinen ausgeführt. Den Abschluss bildet die Arbeit mit Zigarrenkistchen.
Miss Levinia arbeitet eine poetisch inspirierte Trickfolge am Luftring. Kraftvoll erfolgen die eleganten Evolutionen hoch in der Zeltkuppel.
Vor der Pause erleben wir Kriztián Ádám auf dem Hochseil. Nach dem Aufstieg über ein Schrägseil präsentiert er eine Vielzahl relevanter Tricks des Genres. Der freie Stand auf einem Stuhl auf dem Seil markiert den Höhepunkt des Auftritts, ehe der Artist über das Schrägseil in die Manege zurückkehrt.
Dávid Ádám begeistert die Zuschauer mit seiner formidablen Handstand-Equilibristik. Auf einem hohen Piedestal, dessen Optik dem Eiffelturm nachempfunden ist, führt er auf Handstäben die verschiedensten Handstandfiguren erstklassig aus. Schließlich wächst der Turm mit Hilfe von immer höher aufgestapelten Stühlen empor und immer wieder erfolgen Handstände auf seiner Spitze. Abschließend geht es im Handstand eine lange Treppe hinab in den roten Ring.
Als finalen Act sind die Ádám Brothers auf dem Todesrad zu erleben. Vielseitigen Aktionen in den Kesseln folgen Seil springen und Blindlauf auf der Außenbahn. Nur auf die hohen Absprünge außen auf dem Rad muss auf Grund der Zelthöhe verzichtet werden.
Ein stimmiges, schwungvoll in Szene gesetztes Finale beschließt das mitreißende Programm. Mit Standing Ovations dankt das begeisterte Publikum für das Gebotene und mit kleinen Zugaben verabschieden sich die Mitwirkenden aus der Manege.