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Text und Fotos Friedrich Klawiter
WINTER WONDER CIRCUS
Tilburg, 27. Januar 2018

http://winterwonder-circus.nl
„Winter Wonder Circus“ ist der Name des neuesten Projektes von Impresario Kevin van Geet, erfolgreicher Produzent mehrerer Circusevents in den Niederlanden, nun auch erstmals in Tilburg. In Cooperation mit dem belgischen Circus Barones von Richard Korittnig, der das technische Equipment stellt, wird das Gastspiel durchgeführt.
Auf dem großen Platz präsentierte sich der Circus in hervorragender, einladender Optik. Ein nostalgischer Zierzaun mit Lichterbögen und einem funkelnden Portal wird von zwei dekorativen Fassadenwagen flankiert. Mit kunstvoll bemalten Seiten bilden diese, in einem Wagen ist der Kassenschalter untergebracht, einen besonderen Blickfang.
Die beiden baugleichen, im Durchmesser zwei Meter unterschiedlichen Chapiteaux wurden hintereinander aufgebaut. Drei hohe Spitzen krönen die langen Kuppeln und je acht Quaderpools formen die in einem modernen Design, in gelb und rot strahlenden Kuppeln.
Der umfangreiche Fuhrpark, einheitlich in weiß lackiert und mit großen roten Lettern beschriftet, ist in langen Reihen an beiden Platzseiten aufgefahren. Den hinteren Platzteil nehmen Stallungen und Freigehege der Kamele, Pferde und Lamas ein.
Im ersten Zelt hat der Verkaufswagen der Circusrestauration seinen Platz neben einem Kinderkarussell, an dem unzählige Lichter funkeln.
Der große, edel gestaltete Artisteneingang beherrscht das Spielzelt. Für die zahlreichen Besucher stehen außer einem siebenreihigen, steil aufragenden Gradin elegante Logen zur Verfügung.

Mit gekonntem Trompetenspiel eröffnen drei Auguste die Vorstellung und Direktor Kevin van Geet begrüßt sein Publikum. Versiert übernimmt er während der Show in angenehmer Weise die Aufgaben des Manegensprechers und hält vielerlei Informationen für die Besucher bereit.
Ewa Korittnig-Barones präsentiert zu Beginn der abwechslungsreichen Spielfolge eine Kleintierrevue. Nachdem ein Hund verspielt sein Sprungvermögen gezeigt hat sind zwei Katzen mit ihren verschiedenen Tricks zu erleben. Eine Taube läuft auf einem Ball und schließlich landet ein Taubenschwarm im Korb, den die Chefin des Hauses empor hält.
Clown „Patatje“ möchte sich als kühner Luftartist beweisen. Nach einigen Problemen gelingt der Aufstieg auf das Requisit und schließlich auch die Loopings mit dem Standtrapez.
Gleich darauf finden „Herr und Frau Nachtigall“ in einem temperamentvoll gespielten Entree zu einander.
Charly Pauwels jr. ist als versierter Diabolojongleur zu erleben, der bereits ein umfangreiches Trickrepertoire beherrscht. Charmant und in hohem Tempo präsentiert der Nachwuchsjongleur die erstklassig ausgeführten Routinen und überzeugt nicht nur mit seiner Leistung sondern auch mit sehr gutem Verkauf.
Die jugendliche Miss Vicky kombiniert Luftring mit Strapatentüchern in ihrer schwungvoll vorgetragenen Luftnummer. Gekonnt arbeitet die jugendliche Artistin in einer harmonischen Abfolge zahlreiche Haltetricks und füllt mit weiten Flügen den Raum.
Eine „Laserman“ Darbietung, als Element des modernen Circus im Benelux-Raum sehr häufig Bestandteil der Shows, spricht mit ihren abwechslungsreichen Mustern nicht nur die jungen Zuschauer an.

Direktor Richard Korittnig präsentiert mehrere Tier-Darbietung im Verlauf der Show. Zunächst sehen wir die aparte Kombination je dreier Shetland-Ponys und Lamas. Gekonnt werden die abwechslungsreichen Figuren abgelaufen. Zu Beginn des zweiten Teils zeigen drei prächtige Kamele ihr erlerntes Können unter der souveränen Peitschenführung ihres Vorführers. Schließlich zeigen drei nachtschwarze Friesenhengste, dekorativ mit weißen Geschirren und Puscheln ausgestattet, ihr Repertoire im roten Ring. Als Da Capo bietet ein weißer Araber eine Reihe temperamentvoll ausgeführter Steiger.
Die „Alten Kameraden“, im geringelten Trikot und mit gewagten Schnäuzern ausgestattet, zeigen mit martialischem Gehabe ihre turnerischen Qualitäten. Nur mit dem Schleuderbrett haben sie ein „kleines Problem“.

Der Tilburger Jugendcircus „Pinilotta“ hat an zwei Tagen einen Gastauftritt in der Manege des Winter Wonder Circus. Neun Mädchen im Alter von ca. zehn bis siebzehn Jahren bieten in einem bunten Gruppenauftritt einen Querschnitt ihres artistischen Könnens. Die Melange aus Gymnastik, Kugellauf, Jonglage, Einrad fahren und verschiedene Hebefiguren kam auf den Rängen bestens an.
Die Clowns „Patatje“ und Charly - Charly Pauwels jr. - sind im zweiten Teil der Show mit einigen kurzweilig gespielten Reprisen, in denen sich alles um Popcorn, Applaus-Wettstreit, Magie und ein Gummiband dreht, zu erleben.
Robert Korittnig arbeitet in dieser Saison eine veritable Strapaten-Darbietung. Gekonnt und mit Kraft führt der jüngste Sohn des Hauses seine umfangreiche Trickfolge aus.

Juniorchef David präsentiert sich als souveräner Tempojongleur. Mit Keulen erfolgen die ersten Routinen. Abwechslungsreich werden bis zu fünf von ihnen souverän manipuliert. Die folgenden Muster werden mit Bällen gearbeitet, ehe abschließend rote Ringe zum Einsatz kommen. Fünf, sechs, sieben und schließlich acht Ringe werden sicher und virtuos gehandhabt.
Die Truppe "Albertos“ bietet den fulminanten Höhepunkt der Show. Vielseitige Tricks mit Einräder eröffnen den temporeich ablaufenden Auftritt. Fahren im Zwei-Mann-Hoch, Slalom fahren und Seil springen - auch im Zwei-Mann-Hoch gehört neben anderem zu den sicher ausgeführten Elementen, bei denen auch der Nachwuchs bereits involviert ist. Im zweiten Teil der Darbietung fahren die beiden Herren der Truppe auf hohen Stangenrädern während die Partnerinnen verschiedene akrobatische Übungen zeigen.
Das poetisch inspirierte Finale leitet „Patatje“ mit einem Saxophon-Solo stimmungsvoll ein. Zu „we are theworld“ lässt Ewa Korittnig-Barones Seifenblasen aufsteigen und das Ensemble versammelt sich in der Manege. Direktor Kevin van Geet stellt einen jeden noch einmal vor und verabschiedet ein überaus zufriedenes, sehr zahlreiches Publikum. Unter dem langanhaltenden frenetischen Beifall der Besucher klingt die unterhaltsame und gute Leistungen bietende, abwechslungsreiche Show allmählich aus.