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Text und Fotos Friedrich Klawiter
PAUL BUSCH
Düsseldorf, 18. Oktober 2014

www.circus-paul-busch.de
Die Familie von Georg Frank, seit vielen Jahren Garant für guten, engagiert gemachten traditionellen Circus reist nun als Lizenznehmer in der zweiten Saison unter der Firmierung“Circus Paul Busch“. In erstklassigem Ambiente wird beste Circusunterhaltung geboten.
Auf dem innerstädtischen Staufenplatz in Düsseldorf präsentierte sich der schmucke Circus in bestechender Optik. Die großzügige Front funkelt im Schein tausender Lichter. Zwei mächtige, rot lackierte Sattelauflieger sind perfekt mit großformatigen, in Airbrushtechnik ausgeführten, Circusmotiven dekoriert. Sie flankieren ein großes Portal aus Gitterrohrträgern mit dem mittig darunter postierten Kassencontainer. Große Spannbänder schmücken die beiden Seitenflügel und Fahnen mit dem Circusnamen wehen auf den Dächern der Frontwagen. Neu hinzu gekommen ist der dekorative Metallzaun, auf dessen Säulen Kugelleuchten und Fahnen mit dem Plakatmotiv des Circus platziert sind. Die Füllungen der Zaunfelder sind mit großformatigen Programmmotiven geschmückt.
Die gesamten Zeltanlagen sind in einem rot-weißen Streifendekor gehalten und mit blauen Applikationen verziert. Lichterketten und beleuchtete Palmen auf den Mastspitzen sowie die illuminierte Front sorgen für einen romantischen Anblick in der Dunkelheit.
Die zahlreichen Transportfahrzeuge des Circus sind sauber im Farbschema des Circus - weiß, rot, blau - lackiert und tragen allesamt den Circusnamen. Die blauen, mit chromblitzenden Kuhfängern versehenen Zugmaschinen stehen in einer Linie ausgerichtet vor dem Chapiteau.
Großzügige Ställe bieten den Pferden, Ponys, Kamelen, Lamas, Rindern, Kängurus und Ziegen komfortable Unterkünfte. Unter den hohen, den Platz säumenden Bäumen bieten großzügige Paddocks während des Tages Auslauf.
Im Vorzelt haben neben dem ansprechend gestalteten und bestens sortierten Verkaufswagen der Circusrestauration einige Sitzgruppen Platz. Durch einen geschlossenen Tunnel führt der Weg ins Hauptzelt und hier erwartet die Besucher eine warme, heimelige Atmosphäre. Rot ist die vorherrschende Farbe im Chapiteau, dessen hohe Kuppel in klassischer Weise von Sturmstangen geformt wird. Ein neu angeschafftes Schalensitzgradin bietet den Gästen viel Komfort und dekorative rot-weiße Logen ergänzen mit ihren Stühlen das Platzangebot.
Der große Artisteneingang nimmt den gesamten hinteren Bereich des Zeltes ein. Hochglänzend in kräftigem rot lackiert und mit goldgelben Ornamenten verziert bietet er einen imposanten Blickfang. Auf dem mittig angeordneten Podium hat die Live-Band des Circus ihren Platz. Eine geschickte Mischung moderner Song und Klassiker der Circusmusik bildet den volltönenden, die Vorstellung tragenden Klangteppich.
Mit einer voluminösen, mit modernen Elementen bestückten Lichtanlage wird die Show perfekt in Szene gesetzt. Mit Kugelköpfen und zahllosen LED-Scheinwerfern an den Masten und weiteren Racks über dem Gradin komponiert Jeffrey Frank ein stimmungsvolles Lichtdesign.

Henry Frank obliegt es, das „hochverehrte Publikum“ zu begrüßen und die Manege für die Show frei zu geben. Im weiteren Verlauf des Programms tritt Direktor Georg Frank, im eleganten blauen Frack als versierter Manegensprecher, der engagiert und mir Verve seine Familienmitglieder vorstellt, in Erscheinung.
Die Nummernfolge eröffnet Markus Frank mit einer Pferdefreiheit. Vier Friesen, mit gelb-roten Puscheln und ebensolchen Geschirren farbenprächtig ausstaffiert, beherrschen ein vielfältiges Repertoire verschiedener Lauffiguren. Ruhig und souverän agiert der erfahrene Dresseur und mit den verschiedenen Steigern findet die Darbietung ihren gelungenen Abschluss.
Clown „Hansi“ sorgt mit seinen Späßen für die Lacher im weiten Rund. Dem bekannten Spiel mit dem Popcorn folgt die Reprise mit den vier Stühlen und der Applauswettstreit wird gleichfalls ausgetragen. Carlito Frank verkörpert mit großer Spielfreude die sympathische Figur. Mit großer Manegenpräsenz versteht es der junge Mann sein Publikum zu fesseln und die bekannten Reprisen in eigenem Stil unterhaltsam und ohne Längen zu präsentieren.
Die bulgarische Artistin Temenuzhka Nicolova ist mit zwei Luftnummer zu erleben.
Zunächst zeigt sie ihr Können an den Strapaten, die mit Hilfe integrierter Tücher optisch aufgewertet sind. Kraftvoll ausgeführte Haltetricks und weite Flüge kennzeichnen diese Nummer. Wenig später arbeitet sie ihre Trickfolge an einem kugelförmigen Requisit, zu dem zwei massive Metallringe verbunden sind. Die Trickfolge entspricht der Arbeit an Trapez und Ring und wird gekonnt ausgeführt.

Zwei Dressurdarbietung bringt Henry Frank in den roten Ring. Zunächst sind wir prachtvolle, mit geschmackvollen rot-goldenen Schabracken dekorierte, Steppenkamele unter seiner schwungvollen Peitschenführung in vielfältigen Abläufen zu sehen. Gegenläufe, Volten, abliegen und den Stand auf Podesten sind die effektvollen Elemente der harmonisch ablaufenden Darbietung.
Die „kleinen Strolche“ - eine Walliser Ziege, zwei Hunde und ein Tigerscheck Pony - sind die Manegenpartner des zweiten Auftritts. Die Hunde zeigen ihr großes Sprungvermögen, indem sie u. a. über die Ziege und vier Stühle hinweg setzen; das Pony dient ihnen als Reittier. Das auch Ponys „ja“ und „nein“ sagen können, beweist das Minipferd nachdrücklich und auch das tiefe durchstecken des Kopfes zwischen den, auf einem Podium ruhenden, Vorderhufen bis in den Manegensand darf nicht fehlen.

Eine temperamentvolle Jockeyreiterei auf hohem Niveau bieten Benito, Gitano und Marcello Frank. Die vielseitigen Tricks auf und neben dem Pferderücken erfahren Auflockerung durch Handvoltigen in der Manege. Clown Hansi möchte natürlich auch mittun und nach einigen Komplikationen zeigt er sich als erstklassiger Kunstreiter. Sprünge auf das galoppierende Pferd und Saltos neben dem Pferd werden erstklassig dargeboten. Natürlich dürfen auch die Runden mit der kompletten Truppe auf dem Pferderücken nicht fehlen. Es ist eine tempogeladene Darbietung, die das Publikum begeistert mitgehen lässt.

Weitere starke akrobatische Darbietungen prägen den zweiten Programmteil. Clown Hansi stimmt nachdem alle Besucher ihre Plätze wieder eingenommen haben auf das Kommende ein und Gitano präsentiert seine fulminante Flaschenstuhl-Darbietung. Auf einem hohen Piedestal stehen vier dickbauchige Flaschen auf denen der junge Mann seinen Turm aus Stühlen errichtet. Kraftvoll werden die verschiedenen Handstände, die allesamt lange gehalten werden, ausgeführt. Auch in großer Höhe auf dem leicht schwankenden, labilen Untergrund zeigt der Artist keine Unsicherheit und führt seinen Trick erstklassig aus. Eine Handstandwaage auf dem nur drei Beinen stehenden Stuhl beendet die gekonnt vorgetragenen Evolutionen.
Benito erleben wir in seinem Solo-Auftritt am Schwungseil. In sehr hohem Tempo lässt er das Requisit maximal ausschwingen. Überschläge mit dem Seil und freie Balancen werden mit zahlreichen, ungesichert gearbeiteten, spektakulären Abfallern kombiniert. Eine hervorragende Darbietung an einem heutzutage nur noch sehr selten eingesetzten Requisit.
Die Finalnummer gestalten die Brüder Gitano und Benito Frank gemeinsam am Todesrad.
Abwechselnd zeigen sie in und auf dem rasant rotierenden Requisits. Sprünge im Kessel, Blindlauf auf der Außenbahn und Aufschwung außen an den Händen sind genauso erwähnenswert, wie Scheinstürze auf der Außenbahn.
Im Finale kommen alle Mitwirkenden noch einmal in der Manege zusammen und werden vom zufriedenen Publikum mit viel Beifall bedacht. Direktor Georg Frank dankt für den Besuch und verabschiedet das ob des Gebotenen restlos zufriedene Publikum.
Die Familie Frank stellt eindrucksvoll unter Beweis, dass keiner engagierter Weltsensationen bedarf ein Publikum allerbestens zu unterhalten und zu begeistern, wenn eine Circusfamilie mit Können und Herz ihr Programm in einem ansprechenden Rahmen präsentiert.