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Text und Fotos Friedrich Klawiter
OFFENBURGER WEIHNACHTSCIRCUS
Offenburg, 21. Dezember 2015

www.offenburger-weihnachtscircus.de
Zum 20. Mal fand der Offenburger Weihnachtscircus statt und gehört damit zu den ältesten und traditionsreichen Veranstaltungen seiner Art in unserem Land. Seit vier Jahren wird dieser Circus von Sascha Melnjak und seinem bewährten Team zu neuer Blüte geführt und bei der Jubiläumsausgabe wurde die Arbeit und Anstrengungen mit  Rekord-Besucherzahlen belohnt.
Für die Durchführung der Veranstaltung steht die Infrastruktur des Zirkus Charles Knie zur Verfügung. Der große moderne Circus stand perfekt aufgebaut auf dem Messeplatz und die zahllosen Leuchten der Lichterketten und Leuchtschriften, auf den Namenszug „Charles Knie“ wird bei dieser Weihnachtsveranstaltung auf dem First des Chapiteaus natürlich verzichtet, locken die Massen zum Besuch.
Das elegante Ambiente im Vorzelt wurde durch eine edle und unaufdringliche Weihnachtsdekoration perfekt ergänzt. Weihnachtsbäume, Tannengirlanden, unzählige Lichterschnüre und große goldene Sterne in der Kuppel - in diesem Jahr mit einer großen „20“ ergänzt - schaffen eine weihnachtliche Atmosphäre. Im Chapiteau findet man die seit Jahren bekannte Einrichtung vor.
Über der Gardine hat das ausgezeichnet aufspielende große ukrainische Circusorchester seinen Platz und Daniela Zoppe setzt mit einem ausgezeichneten Lichtdesign, dass durch zwölf kürzlich zusätzlich angeschaffte Kugelköpfe noch eindrucksvoller gestaltet werden konnte, die Auftretenden perfekt in Szene.
Sascha Thanner übernimmt auch in diesem Jahr wieder eloquent die Rolle des Sprechstallmeisters und versorgt die Anwesenden souverän mit den erforderlichen Informationen. Ein Kostümwechsel zu jeder Ansage ist das Markenzeichen des sympathischen Sprechers, dieses Mal kommen dreizehn verschiedene Outfits in jeder Show zum Einsatz.

Nicht nur das Material des Zirkus Charles Knie bildet die Grundlage dieses Weihnachtscircus, auch einige Darbietungen aus dem Saisonprogramms wurden in dieser Spielzeit in der Offenburger Weihnachtsmanege aufgeboten.
So sorgt Clown Cesar Diaz mit seinen bekannten, erstklassigen Reprisen auch in diesem Rahmen für Frohsinn. Die beiden ersten Auftritte, Verzehr einer imaginären Banane und Revolverjonglage mit abschließendem Showdown, werden mit gekonntem Beatboxing untermalt und finden mit Zuschauerbeteiligung statt. Den Abbau des Zentralkäfigs überbrückt er mit seinem Spiel auf einem Saxophon. Ein widerspenstiges Mikrofon sorgt für Verstrickungen beim Mundharmonika spielen.
Immer wieder grandios ist der finale Auftritt von Diaz, der als eleganter Sänger von „My Way“ mit unzähligen „Pannen“ zu kämpfen hat. Doch allen Katastrophen zum Trotz zieht er den Auftritt durch und wird schließlich vom Publikum frenetisch gefeiert.
Die Raubtierdressur von Tommy Dieck jun., nun mit vier Tigern und zwei Ligern, bietet den bestens bekannten Ablauf und wird vom Publikum allerbestens aufgenommen.
Die Seelöwen des Zirkus Charles Knie hören nun auf das Kommando von Janine van der Gathen. Mit frischem Schwung präsentiert die sympathische Tierlehrerin die beiden Robben und lässt das Repertoire gekonnt ablaufen.
Die furiose Rollschuh-Darbietung des Duo Medini mit ihren vielen spektakulären Tricks kommt auch in diesem Rahmen bestens an und reißt die Zuschauer förmlich von ihren Sitzen.

Die Spielfolge beginnt mit den Pferdevorführungen von Fransziska Nock. Vier „Säulen“ aus weißem Tuch reichen vom Manegenboden bis hoch in die Kuppel und um diese Pylonen reitet die Juniorchefin des Circus Nock auf einem braunen Araber eine elegante Hohe Schule. Ruhig und souverän werden die vielfältigen Lektionen in erstklassiger Ausführung absolviert. Gleich im Anschluss präsentiert die erfahrene Tierlehrerin eine Freiheit mit zwei weißen Arabern und zwei Friesen. Unter der souveränen Peitschenführung von Franziska Nock werden vielfältige Lauffiguren, deren Möglichkeiten durch die Stoffpylonen erweitert sind, fehlerfrei geboten. Die abschließenden Da Capo Steiger werden von drei weißen Arabern ausgeführt.
Emmanuel Medini arbeitet eine trickstarke Handstandequilibristik. In erstklassiger Ausführung erfolgen die zahlreichen Handstände, Einarmer und Waagen und im Handstand geht es eine Treppe hinauf und hinab. Viele der relevanten Tricks des Genres werden geboten.
Heidi-Mary aus Finnland, in ihrer Heimat eine bekannte Eiskunstläuferin, ist in einem interessanten Auftritt zu erleben. Sie kombiniert Rollschuhakrobatik mit der Arbeit am Trapez. Die verschiedenen Figuren, die sie auf ihren Rollerblades auf dem Blanchett läuft finden allesamt am Trapez ihre Fortsetzung.
Als Pausennummer wurde die hervorragende Fahrradartistik der Familie Jackson platziert. Das umfassende Repertoire klassischer Kunstrad-Tricks, wie man sie heutzutage so gut wie nicht mehr geboten gekommt, wird in erstklassiger Manier gearbeitet. Zu Beginn sind zwei und vier Personen auf einem Fahrrad zu erleben. Die vielfältigen Solotricks - durchsteigen des Rahmens ohne den Boden zu berühren, Lenkerstand, Handstand auf dem Lenker, Hinterradfahrten mit Lenkersitz u.v.m. - gipfeln im überqueren von vier Bänken mittels einer Rolle vorwärts mitsamt dem Fahrrad. Auf einem Mini-Rad werden abschließend Runden im Zwei-Mann-Hoch und zu viert geboten.

Die weiteren Artisten des diesjährigen Offenburger Weihnachtscircus werden in der kommenden Saison mit dem Zirkus Charles Knie auf Tournee gehen.
Da sind zunächst einmal die Messoudis. Im ersten Teil der Show arbeiten sie zu dritt eine Gruppenjonglage mit Keulen. In ständig wechselnden Formationen erfolgen die souverän ausgeführten Passings. Mit gezielten Würfen werden zum effektvollen Abschuss der Darbietung eine Zigarette aus dem Mund, ein Hut vom Kopf und eine Sonnenbrille von der Nase eines der Akteure gekickt.
Der leistungsstarke Hand-auf-Hand Act der vier Modellathleten begeistert die Massen. Viele hochkarätige Tricks werden sicher und gekonnt ausgeführt. Zwei Einarmer auf den Köpfen der beiden Untermänner stehen zu Beginn des mitreißenden Auftritts. Yassin Messoudi liegt bäuchlings auf dem Tisch, senkt dabei seinen im Handstand auf seinen Füßen stehenden Bruder zunächst langsam ab und hebt ihn sodann wieder in die Ausgangsposition empor. Eine Handstandpyramide der drei Söhne auf dem Kopf und den Kien des Vaters beenden den erstklassigen Auftritt.
Finalnummer ist das Todesrad des Duo Vanegas. Mit ihren verwegenen Aktionen in und auf dem Rad sorgen die beiden südamerikanischen Artisten für feuchte Hände und kollektives Aufstöhnen auf den Rängen. Zahlreiche Aktionen und Saltos in den Kesseln sind der Auftakt zu Seil springen und extrem hohen Absprüngen außen auf dem Rad. Zwei Saltos außen im Zenit der Umlaufbahn gesprungen krönen die hervorragende Leistung.
Im Finale stellt Manegensprecher Sascha Thanner alle Mitwirkenden noch einmal vor und das restlos begeisterte Publikum lässt sich nicht lange bitten, die Akteure mit Standing Ovations zu belohnen.