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Text und Fotos Friedrich Klawiter
KREFELDER WEIHNACHTSCIRCUS
Krefeld, 28. Dezember 2016

www.krefelder-weihnachtscircus.de
Den vierten Krefelder Weihnachtscircus veranstalteten Reinhard Probst und seine Familie wieder zeitgleich zur ihrem  Weihnachtscircus in Gelsenkirchen, nachdem man vor Jahresfrist die beiden Events nacheinander durchführte.
Auf dem Sprödentalplatz, dem Festgelände der Stadt, war der Circus aufgebaut.
Ein modern gestylter Zaun, auf hohen schlanken Säulen ruhen Kugelleuchten und Metallgittern gliedern die Felder, und der Kassencontainer bilden die Front. Dahinter stehen die komplett weißen, mit dezentem roten Dekor, Zeltanlagen. Ein Vordach mit zwei hohen Spitzen ist an Gitterrohrrahmen montiert. Dahinter steht ein ovales fünfmastiges Vorzelt, dass mittels eines Tunnels mit dem Chapiteau verbunden ist. Einige Materialtransporter und die Wohnwagen der Artisten und Mitarbeiter stehen rings um die Zelte. Die Stallanlage von Beatrix Spindlers Pferden und Hunden ist hinter dem Chapiteau platziert.
Das Vorzelt strahlt eine behagliche Atmosphäre aus. Üppige, geschmückte und mit Lichterketten versehene Tannengirlanden entlang des Rondells und Weihnachtsbäume sorgen für das notwendige weihnachtliche Ambiente. Zahlreiche, erstklassig gestaltete Verkaufsstände der Circusrestauration, Stehtische und Biertischgarnituren strukturieren den Raum, dessen Boden mit rotem Teppich bedeckt ist.
Im Chapiteau steht ein achtreihiges Schalensitzgradin für die zahlreichen Besucher zur Verfügung. Komplettiert wird das Sitzplatzangebot mit bequemen Polsterstühlen in den eleganten rot-weißen Logen. Der breite, dekorative Artisteneingang aus rotem Samt nimmt komplettiert die Einrichtung. Auf dessen Empore hat das ausgezeichnet und druckvoll aufspielende Orchester unter der Leitung von Jan-Willem te Kiefte seinen Platz. Der volltönende Sound, mit dem die Show zu allergrößten Teilen live unterlegt wird, trägt wesentlich zur vorzüglichen Präsentation bei.
Große Unterstützung erfahren die Auftretenden zudem durch ein erstklassiges Lichtdesign, dass mit Hilfe der modernen Lichtanlage, die an einer ringförmigen, hoch über der Piste hängenden Konstruktion angebracht ist, umgesetzt wird.

Romantisch verspielt startet das Opening der Show. Weißclown Adrien spielt verträumt auf seiner Geige. Clown Frenky kommt hinzu, „Schnee“ rieselt hernieder und mit einem ersten magischen Trick verwandeln sich Flocken zu weißen Punkten auf einem schwarzen Tuch. Mathijs te Kiefte, im eleganten violett-goldenen, reich mit funkelnden Steinen besetzten Frack und Zylinder, begrüßt das Publikum und führt im weiteren Verlauf als sehr angenehmer Sprechstallmeister durch das Programm.
Die Truppe Bingo erobert mit einem temperamentvollen Charivari in ihrem typischen Auftrittsstil die Manege. Handstand-Equilibristik, Tuchstrapaten und Hand-auf-Hand sind die Genres, die die sechs ArtistenInnen mit viel Tanz zu einer bunten Melange verschmelzen lassen.
Gleich darauf präsentiert Beatrix Spindler eine Freiheitsdressur mit vier weißen Arabern und einem Friesenhengst. Ruhig und souverän lässt die versierte Tierlehrerin die verschiedenen Lauffiguren ausführen. Diverse Gruppen- und Einzelsteiger markieren die Höhepunkte des Auftritts, ehe sich der letzte Hengst mit einem Kompliment aus der Manege verabschiedet.
Im zweiten Programmteil sehen wir Beatrix Spindler mit einer ausgelassen umher tollenden Hundemeute. Die fünf Hunde haben ihre Plätze in aufgeklappten Reisekoffern. Die Trickfolge ist in eine kleine Story eingebettet, indem die Vierbeiner ihre Trainerin, die als „Tussy“ agiert, vor ihrem Ankleidekabinett
„stören“. Sie jagen ihr Hut und Federboa ab und springen sie von hinten an. Turbulent werden Sprünge und Hinterbeinläufe - auch rückwärts - ausgeführt. Zum Abschluss der Nummer zeigen sich die größeren Hunde als begeisterte Jockeys eines Ponys.

Liviu Tudor präsentiert sich als Tellerjongleur. Doch kaum rotieren die ersten beiden Teller in bekannter Weise auf den Stäben, erobert ein temperamentvoller kleiner Hund den roten Ring. Seine erklärten Feinde sind Teller und Frisbee-Scheiben, denen er voller Begeisterung hinterherjagt, sie zur Strecke bringt und nicht mehr von ihnen ablässt. Auch der Schal des Artisten ist ein Objekt in dem turbulenten Spiel, in dass man sich verbeißen und sich sodann daran hängend umherschleudern lassen kann. Schließlich gelingt es Liviu Tudor in dem furiosen Ablauf seine zwölf Teller zur gleichen Zeit rotieren zu lassen.

Die Clowns Frenky und Adrien sind in mehreren Reprisen zu erleben. Zunächst macht Frenky „im Hand umdrehen“ ein Zuschauerkind zum Jongleur.
Das zubereiten von Glühwein durch die Clowns wird vom Sprechstallmeister unterbunden nachdem der Topf anfängt gefährlich zu qualmen.
Geige und Trompete lässt Frenky in einem magischen Act zu einem Instrument verschmelzen und schließlich fängt er die jonglierten Äpfel auf einem „Igelhelm“ auf seinem Kopf auf. Im umfangreichsten Auftritt treten die beiden Clowns als „Starmagier“ vor ihr Publikum, doch wollen die Tricks nicht in der geplanten Art und Weise gelingen.
Karolina Popova präsentiert ihre Antipodenspiele. Sie beginnt ihre Evolutionen mit einem Chinesischen Schirm, der in verschiedenster Weise mit den Füßen manipuliert wird. Im zweiten des Auftritts lässt die Artistin bis zu vier kleine Teppiche auf Händen und Füßen rotieren und die Positionen wechseln.
Ein Luftballett zeigen Alla und Yvgenia an parallel angeordneten Trapezen. Nach einigen Handvoltigen werden einige synchron gearbeiteter Abläufe der im typischen Bingo-Stil gehaltenen Darbietung gezeigt. Mit einem doppelten Nackenwirbel kehren die beiden Protagonistinnen zur Erde zurück.

Mit einem formidablen Seiltanz beginnt der zweite Teil der Show. Auf zwei sich in unterschiedlicher Höhe kreuzenden Seilen bietet Geoffrey Berhault seinen furiosen Auftritt. Elegant tanzt, der Ausdruck findet hier im wörtlichsten Sinn seine berechtigte Verwendung, der versierte Artist auf den Seilen in Kombination mit akrobatischer Übungen. Spünge, vorwärts wie rückwärts über das höhere Seil erfolgen flüssig und leicht wirkend. Ein sehr hoher Spreizsprung und ein Rückwärtssalto fügen sich wie selbstverständlich in die Schrittkombinaitonen ein. Mit einem perfekten Vorwärtssalto beschließt Geoffrey Berhault seine erstklassig ausgeführten Evolutionen.
Eine außergewöhnliche Hula Hoop Darbietung arbeitet Kataryna. Sie wechselt ihre Position auf den treppenförmig angeordneten kleinen Plattformen eines Gestells, während sie die Reifen in vielfältiger Weise um Körper und Extremitäten rotieren lässt. Vier weitere Bingo-Artisten agieren währenddessen als Ballett und verleihen dem Auftritt den idealen Background.
Tempojongleur Vladyslav Voidiuk beginnt seine Routinen mit silbernen Keulen. Mit drei, vier und fünf von ihnen werden die unterschiedlichen Muster routiniert gearbeitet. Den zweiten Teil seines Auftritts gestaltet der Jongleur mit weißen Ringen, von denen fünf sicher beherrscht werden.

Das Duet Skies fasziniert mit einem leistungsstarken, romantisch verpackten Auftritt am drehenden Pole. Scheinbar ohne jede Anstrengung werden die kräftezehrenden Tricks ausgeführt.
Vor dem Finale bietet das Duo Ayala Pass seinen Auftritt auf dem Todesrad. Mit verschiedenen Aktionen und Sprüngen in den Kesseln beginnen die beiden mit cooler Macho-Attitüde agierenden Südamerikaner die Trickfolge. Riskante Aktionen auf der Außenbahn - Blindlauf, Seil springen und hohe Absprünge - lassen den Adrenalinpegel so manches Zuschauers steigen.
Die Truppe Bingo leitet mit einem Ballett-Auftritt das schwungvolle Finale ein. Manegensprecher Mathijs te Kiefte stellt die Mitwirkenden noch einmal vor, während das Publikum sie mit langem Applaus feiert.
Die Clowns platzieren zum Epilog, in der nun leeren Manege, ein großes Geschenkpaket vor der Gardine, entnehmen ihm ein kleineres und diesem noch einmal eine kleine Ausgabe. Nachdem es geöffnet ist lassen Adrien und Frenky „Schnee“ hernieder rieseln und die Lichter verlöschen.
Der Krefelder Weihnachtscircus bot bei seiner aktuellen Ausgabe erstklassigen, traditionellen Circus mit hohem Unterhaltungswert. Die moderne temporeiche Präsentation in einem eleganten Umfeld trug das ihre zur Publikumswirksamkeit der Show bei, beim zahlreich erschienenen Publikum allerbestens ankam.