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Text und Fotos Friedrich Klawiter
GREAT CHRISTMAS CIRCUS
Frankfurt, 12. Dezember 2014

www.circus-carl-busch.de
Zum zweiten Mal präsentierte die Familie Wille-Busch den "Great Christmas Circus" in Frankfurt am Main. Unzählige Lichter funkeln und glitzern an der Front, dem Chapiteau und den Weihnachtsbäumen am Eingangs bereich. Die Illuminieren des großen und eleganten Circus verbreitet in Dunkelheit weihnachtlich-festliche Stimmung.
Großzügig und perfekt aufgebaut bietet der Circus mit seinem bekanntermaßen hervorragenden Material einen vorzüglichen Anblick. Chapiteau und Vorzelt strahlen in weiß und blau im Lichterschein und die Zugmaschinen und Transportfahrzeuge sind in langen exakt ausgerichteten Reihen aufgefahren. Die Wohnwagen der Artisten und geräumige Stallungen mit großzügigen Paddocks ergänzen das Ensemble.

Ein festlich geschmückter Weihnachtsbaum, der bis unter die Kuppel reicht, erstrahlt im Vorzelt, dass im Übrigen die gewohnte Einrichtung zeigt. Auch im Spielzelt herrscht das gewohnt elegante Ambiente. Einzelsitzgradin, Leuchtpiste und der edel anmutende Artisteneingang strukturieren den Raum.

Der „Great Christmas Circus“ präsentiert gegenüber dem letzten Jahr ein komplett neues Programm.
„Mac Chiccolos“, alias Manuel Wille-Busch, heißt das Publikum willkommen. In der aktuellen Produktion tritt der Direktor im perfekten Kilt eines Schotten clownesk in Erscheinung. Sängerin Alexandra Gerbey leitet mit Weihnachtsschlager schlechthin „White Christmas“ das bunte Charivari ein. In einer großen Parade ziehen die Artisten in die Manege und geben Kostproben ihres Könnens, Kamele paradieren, gefolgt von einem Friesen-Gespann mit einem Stehendreiter, entlang der Piste.
Das bunte Bild mündet in eine temperamentvolle Ponydressur, die den „Weihnachtsmann“ inGestalt von Manuel Frank als versierten Vorführer sieht. Zunächst läuft ein temperamentvoller englischer Welsh seine Figuren durch vier große Metallringe und bietet gekonnte Steiger. Ihm folgen zwei weitere Steiger-Ponys, ehe vier Falabella-Ponys ihre Lauffiguren zeigen.
Breiten Raum nimmt die vielseitige Clownerie ein. In diversen Reprisen und im Entree sind Clown Francesco Topolino - alias Frank Bergmann, Armando Sperlich und Manuel Frank neben Erik Munoz und „Chiccolos“ zu erleben.
Die beiden Letzteren sind zunächst mit einem komischen Jonglage-Act zu erleben. „Chiccolos“ hantiert erst mit einem Eisengewicht, ehe er mit Bällen und Keulen jongliert. Während er den Applaus auf sich bezieht, gilt er dem im Hintergrund temporeich agierenden Jongleur. Zusammen mit Alexandra Gerbey agiert Erik Munoz hinter einem Paravant pantomimisch. Im Zusammenspiel mit Francesco Topolino wird die „Schwebende Jungfrau“ vorgeführt und eine Stange - mit überraschendem Ergebnis - durchgesägt. Clown Francesco tritt als Magier in Erscheinung, der beim „wegzaubern“ von Kaninchen mit der Tücke des Objektes zu kämpfen hat und kleine in riesige Hasen verwandelt.
„Chiccolos“ spielt in einer Reprise Golf und bringt zusammen mit Manuel Frank, er übernimmt den seriösen Part, und Armando Sperlich vor der Pause das Bienchen-Entree. Manuel Frank ist ein souveräner Leiter des flotten Spiels und „Chiccolos“ die treibende Kraft, die mit komödiantischem Talent und Witz die Figur überzeugend mit Leben füllt. Sebstverständlich findet auch diese muntere Version zum bestens bekannten Abschluß.

Einen ersten artistischen Höhepunkt bieten die Les Robles auf dem Hochseil. Zu dritt zeigen die südamerikanischen Artisten eine temperamentvolle Abfolge vieler hochkarätiger Tricks, u. a. Seil springen, überspringen von einem und zwei Partnern, Seillauf im Zwei-Mann-Hoch, Bocksprung und Vieles mehr werden gekonnt mit südamerikanischer Lebensfreude dargeboten, nachdem das hohe Seil über zwei Schrägseile bestiegen wurde. Eine Dreier-Pyramide mit freiem Stand auf einem Stuhl bildet den Höhepunkt der Darbietung.
Francisco Liazeed begeistert das Publikum mit seiner Mastakrobatik. Geschmeidig und kraftvoll beherrscht der sympathische Künstler sein Metier. Im Zusammenspiel mit seiner Partnerin Zaida präsentiert er seine starken Tricks.
Das Duo Liazeed bietet in ganz großer Aufmachung und mit großer Ausstrahlung hervorragende Tricks. Zaida und ihr Partner Francisco faszinieren u. a. mit einarmiger Waage sowie Kopfstand ohne Vorteil im Nacken des im Handstand stehenden Untermannes. Ein Handstand mit zwei Partnern auf einem rotierenden Gestell beschließt die exquisite Darbietung mit ihren nicht alltäglichen Tricks.


Selbstverständlich sind einige der hauseigenen erstklassigen Dressurdarbietungen in dieser Weihnachts-Show zu bewundern. So präsentiert Manuel Frank drei prächtige Steppenkamele in einer abwechslungsreichen Laufarbeit im Zusammenspiel mit drei Dromedaren.
Juniorchefin Natascha Wille-Busch bringt den formidablen Zwölferzug Freiheitspferde in die Manege. Neu arrangiert beginnt der Auftritt nun mit dem flechten dreier Araber. Bald gesellen sich drei weitere Araber hinzu und nach einigen Touren ergänzen die Friesen den Zwölferzug. Mit einigen erstklassigen Da Capo Steigern findet die Darbietung ihren gelungenen Abschluss.
Hynek Navratil präsentiert seine Löwendressur nach der Pause. Die vier jungen Tiere beherrschen ein umfangreiches Repertoire gängiger Tricks. Mit sehr viel Schwung und vollem Einsatz lässt der junge Dompteur Pyramide, Balkenlauf, Bar, Sprünge, Teppich und weitere Aktionen ausführen. Mit eindrucksvollem hohen aufrichten am Gitter endet der Auftritt.
Gina Giovannis, viele Jahre als brillante Handstandequilibristin in allen namhaften Circussen zu erleben, bringt nun vier quirlige Hunde in die Manege. Mit Freude am Spiel und voller Eifer zeigen sie ihr erlerntes Können. Voller Kraft und Temperament werden die verschiedenen Sprünge ausgeführt und eine Rutschbahn genutzt.

Christopher Togni arbeitet eine erstklassige Handstandequilibristik. Kraftvoll und elegant präsentiert er seine Kunst auf einem hohen, drehbaren Requisit. Sicher und gekonnt reihen sich die verschiedenen Handstandfiguren, Einarmer und Handstand-Waagen aneinander und mit einem spektakulären Klötzchensturz findet der Auftritt seinen gelungenen Abschluss.
Die bestens bekannte Darbietung von Alexandra Gerbey an den Strapatentüchern und die Magic Show von Dennis Rush sind in der Show des Great Christmas Circus unverändert zu sehen.

Für den nötigen Nervenkitzel und ein weiteres Highlight zum Programmende sind die Les Robles auf dem Todesrad zuständig. Verwegene Aktionen auf dem schnell rotierenden Rad bieten die beiden Artisten in rascher Folge. Sprünge in den Kessel und Seil springen mit außen werden genauso sicher ausgeführt wie der Aufschwung mit den Händen. Der Blindlauf wird mit einem Scheinsturz, ausgeführt auf dem Zenit der Umlaufbahn und von der Außenbahn in einen Kessel hinein, gekrönt. Hohe und riskante Absprünge vom scchnell rotierenden Rad beenden die furiose Nummer.
Zum großen Finale stellen sich die Mitwirkenden in der Manege auf und Direktor Manuel Wille-Busch stellt seine Artisten namentlich vor. Unter dem Konfettiregen nehmen sie den lebhaften Applaus des restlos zufriedengestellten Publikums entgegen.
Der Great Christmas Circus bietet ein stimmungsvoll präsentiertes Programm mit dem klassischen Dreiklang aus erstklassigen Tierdressuren, hervorragender Artistik und gelungener Clownerie.