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Text und Fotos Friedrich Klawiter
CIRCUS BARUS
Nidda, 08. Oktober 2016

www.circus-barus.de
Der Circus Barus von Marco Giovanni Frank ist zur Zeit im hessischen Wetteraukreis auf Tour. In Nidda war der schmucke Familiencircus auf einem zentral gelegenen Platz aufgebaut.
Eine große, kunstvoll geschwungene Fassade, in den Hausfarben rot und gelb lackiert empfängt die Besucher. Zwei aufgemalte große Clownsköpfe, rote Sterne und der Schriftzug „Circus“ über den mittig integrierten Kassenschaltern gestalten die Front. Ein nostalgisch verzierter Metallzaun, in dessen Feldern auf großen Plaketten Motive aus dem Programm zu sehen sind, ergänzt das Arrangement.
Ein gelbes Vier-Masten-Chapiteau ist als Spielzelt aufgebaut. Auf ein Vorzelt musste aufgrund der Platzverhältnisse leider verzichtet werden, so dass der Verkaufswagen der Circusrestauration seinen Platz neben dem Tunnel, der ins Zelt führt fand.
Die Transportfahrzeuge sind gleichfalls in leuchtendem gelb lackiert und in großen roten Lettern mit dem Circusnamen beschriftet.
Für die Pferde und Kamele des Circus steht ein geräumiger Stall mit großzügigen Boxen zur Verfügung und die Kamele haben in ihrem Paddock viel Bewegungsfreiheit. Ein weiteres Gehege beherbergt eine Ziegenherde und in „Europas größtem transportablem Affen-Freigehege“ - laut Direktor Marco Frank - sind zwei Makaken zuhause.
An der im Innern blauen Plane des Zeltes funkeln unzählige Sterne. Ein fünfreihiges Bankgradin und zwei Reihen Stühle stehen für die Besucher bereit. Der breite Artisteneingang aus dunkelrotem Samt, mit goldfarbenen Borden, nimmt den hinteren Zeltteil ein.

Direktor Marco Giovanni Frank und seine Familie - Ehefrau Anita und die Kinder  Alice-Bellinda, Marcello und Aloma-Tatjana - betreiben den Circus und gestalten das Programm. Auch Seniorchef Stefan Frank hilft nach Kräften im Unternehmen mit.
Clown Marcello ficht zu Programmbeginn einen Kampf mit dem widerspenstigen Lichtkegel eines Scheinwerfers aus. Schließlich gelingt es, diesen in einem Korb zu fangen und nachdem der Clown den Korb ausschüttet, Flammen die Lichter im Zelt auf und die Show kann beginnen.
Marcello erleben wir im Verlauf des Programms einige weitere Male mit seinen schwungvoll und voller Spielfreude präsentierten Reprisen. Pointiert und ohne Längen bietet der junge Mann gekonnt seine Gags und bindet charmant Mitspieler in das Treiben ein. Zunächst versucht er sich mit einem imaginären Ball, als Golfspieler. Der Versuch Seil zu laufen wird bald aufgegeben und mit den beiden Mitspielern Seil gesprungen. Das Kunstschützen-Entrée wird mit Verve gespielt. Zahlreiche Luftballons fallen dem turbulenten Tun zum Opfer, ehe die Dame aus dem Publikum zum finalen „Schuss“ kommt. Zu guter Letzt tritt Marcello als prächtig herausgeputzter, allerdings nicht ganz zielsicherer, Amor in Aktion.

Direktor Marco Giovanni Frank präsentiert einen Vierer-Zug Araberhengste. Je zwei weiße und braune Pferde laufen eine abwechslungsreiche Auswahl Figuren unter der souveränen Peitschenführung des erfahrenen Vorführers. Das Da Capo bietet zunächst ein prächtiger Friese mit temperamentvollen Steigern und einer Runde im Spanischen Tritt. Zusammen mit einem Shetland-Pony  folgen nun, zur großen Freude vieler kleiner Besucher, noch einige Touren eines Groß-und-Klein. Mit dem tiefen durchstecken des Kopfes zwischen den Vorderhufen zeigt der Friese den abschließenden Trick der Darbietung.
Zu Beginn des zweiten Programmteils steht der Chef des Hauses erneut im Mittelpunkt einer Dressur-Darbietung. Zwei Kamele und ein Dromedar absolvieren in flottem Tempo ihre Lauffiguren.
Marco Frank ist zudem auch mit einer artistischen Darbietung im roten Ring präsent. Rasant agierend präsentiert er sich als Tellerjongleur. In hohem Tempo werden die Teller auf den Stäben in Rotation versetzt und als endlich alle zehn Teller kreisen gelingt es auch sechs Löffel, die auf einem Tablett liegen, mit kühnen Schwung in sechs Gläser zu katapultieren.

Alice-Bellinda arbeitet zwei Luftnummern. Zuerst sehen wir ihre Kür an den Tuchstrapaten.
Gekonnt und elegant präsentiert die sympathische junge Frau ihre Trickfolge. Im zweiten Auftritt präsentiert sie ihr Können am Luftring. Weite, kraftvolle Flüge füllen die Kuppel und temperamentvoll folgen die diversen Tricks aufeinander.
Ihre Schwester Aloma-Tatjana ist drei Mal in der Manege zu erleben. Im ersten Auftritt präsentiert sie charmant ihre Kautschuk-Darbietung. Eine Reihe der gängigen Tricks des Genres wird flüssig und gekonnt dargeboten.
Drei Ziegen und ein Pudel werden von der jugendlichen Vorführerin vor der Pause zu ihren Tricks dirigiert. Im Wechsel zeigen Ziegen und Hund ihr Können - springen über Hürden, laufen auf der Piste und über eine hohe Planke, springen durch einen Ring und vieles mehr.
Die Final-Darbietung wird gleichfalls von Aloma-Tatjana präsentiert. Hoch in der Kuppel des Chapiteau arbeitet die junge Artistin ihre Tricks am Netz. In mystisches Licht getaucht erfolgen die zahlreichen Haltetricks und rasanten Abfaller in flotter Folge.
Im stimmungsvoll gestalteten Finale stellt Direktor Marco Giovanni Frank seine Familie noch einmal vor und bedankt sich bei dem zahlreich erschienenen Publikum für den Besuch. Mit dem Resümee das man „echten Circus nur im Circus sehen“ kann findet die Veranstaltung ihren gelungenen Abschluss.