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Text und Fotos Friedrich Klawiter
CIRCUS BALDONI - KAISER
Bruckmühl, 24. Februar 2017

www.circus-baldoni-kaiser.de
Der Circus Baldoni von Anton Kaiser startete in Bruckmühl, unweit von Rosenheim, wo man einen Weihnachtscircus veranstaltete, in die neue Saison. In einem Gewerbegebiet der kleinen Stadt war der Circus aufgebaut.
Der Fassadenwagen ist in einem coolen rot-weißen Wellendekor gestaltet und beherbergt auch die Kassenschalter. Flankierend ist ein dekorativer Zierzaun mit Lichterbögen arrangiert und die schmucke Front lädt zum Circusbesuch ein. Ein rot-weiß gestreiftes Vier-Masten-Zelt ist als Spielstätte aufgebaut. Die cremeweißen und großflächig mit dem Circusnamen beschrifteten Fahrzeuge sind ringsum das Chapiteau aufgefahren. Ein geräumiger Stall und großzügige Freigehege stehen den Pferde, Kamelen, Lamas, Eseln, und Enten zur Verfügung.
Im Chapiteau fällt gleich der große Artisteneingang ins Auge. Die hohe Konstruktion aus dunkelrotem Samt und Gitterrohrrahmen mit dem mittig davor platzierten Musikerpodium beherrscht den hinteren Zeltteil. Die Logen sind mit gelben Klappstühlen ausgestattet und ein fünfreihiges Gradin, dessen beide vorderen Reihen mit Schalensitzen  bestückt sind, komplettiert das Sitzplatzangebot.
Der gut sortierte Verkaufswagen der Circusrestauration hat seinen Platz gleichfalls im Zelt gefunden.
Die komplett mit LED-Lampen bestückte Lichtanlage ist an vier Traversen zwischen den Masten installiert und mit ihrem gekonnten Einsatz werden die Auftretenden gut präsentiert.
Mit erstklassiger Live-Musik, die sämtliche beliebten Klassiker der Circusmusik bietet, begleitet die Baldoni-Band, in der Miguel, Antonio und Salima Kaiser am Schlagzeug und K-Board agieren, die Vorstellung.

Die Programmfolge beginnt mit einer temperamentvoll gerittenen Hohen Schule von Antonio Kaiser. Auf einem goldfarbenem Hengst mit dunkler Mähne und Schweif werden die verschiedenen Figuren rings um zwei aus der Kuppel hängende Tücher ausgeführt. Im zweiten Teil des Auftritts paradiert ein Friesenhengst im Spanischen Tritt entlang der Piste und imponiert den Besuchern mit kraftvollen Steigern. Abschließend gesellt sich ein Tigerscheck-Pony zu dem Friesen und mit einem munteren Groß-und-Klein findet der Auftritt seine Fortsetzung.
Im weiteren Verlauf der Vorstellung lässt Antonio Kaiser drei schwarze Shetland-Ponys ihr erlerntes Können zeigen. Ein weiteres Pony betätigt sich als Barrierenspringer, allerdings muss Clown „Charly“, der eine der Stangen hält, immer mit einer tiefen Verbeugung und einem lauten „Bitte schön“ höflich zum Sprung auffordern.
Miss Salima präsentiert im Schwarzlicht ihre Kunst mit den Hula Hoop-Ringen. Geschickt lässt der Teenager die Reifen kreisen. Allerlei  genretypischen Abläufe werden routiniert ausgeführt. Mit dem drehen von etwa zwanzig Ringen zur gleichen Zeit findet die Darbietung ihren gelungenen Höhepunkt.

Direktor Anton Kaiser ist im ersten Programmteil als Clown „Charly“ zu erleben. In seiner Rolle als Dompteur lässt er einen Stoffbären durch einen Reifen „springen“. Eine nicht vorhandene Eintrittskarte führt zu einer Diskussion mit dem Manegensprecher. Eine per Blasrohr in die Circuskuppel katapultierte Pfauenfeder wird auf der Stirn ausbalanciert.
Schließlich dirigiert „Charly“ versiert eine Schar Gänse und Laufenten durch die Manege.
Miguel Kaiser tritt als routinierter Jongleur vor sein Publikum. Bälle, Ringe und Keulen werden in abwechslungreicher Folge in allerlei Mustern gekonnt in der Luft gehalten. Publikumswirksam erfolgen abschließend effektvolle Routinen mit hell lodernden Fackeln.

Vor der Pause wird eine große Western-Show geboten. Bull-Peitschen knallen laut durch das Chapiteau und manch kleiner und auch größer Besucher zucken zusammen. Mutig hält Miss Ramona ein Blatt Zeitungspapier in die Höhe und mit jedem Peitschenhieb zerlegt Anton Kaiser es in immer kleinere Schnipsel. Sein Sohn Antonio zeigt eine Reihe Tricks mit dem Lasso. Immer wieder springt er gekonnt in die rotierenden Schlingen hinein und hinaus. Am Messerbrett demonstriert der Chef des Hauses zunächst mit den Wurfmessern seine Zielsicherheit. In allerlei Varianten platziert er die Klingen rings um den Körper der Assistentin. Abschließend erfolgen in spektakulärer Weise die Würfe mit Morgensternen.

Zu Beginn seiner Feuer-Show lässt Miguel Kaiser gewaltige Flammensäulen in die Kuppel des Zeltes steigen. Hernach streicht er mit den lodernden Fackeln zum Erstaunen der Besucher langsam über seine Arme. Die Flammen werden in bekannter Weise im Mund verlöscht und auch mit lange gehaltener Flamme wieder neu entzündet. Besonders eindrucksvoll ist das seltener zu sehende schnelle Feuer spucken. In raschem Wechsel bläst er die brennbare Flüssigkeit in eine der beiden dicht vor das Gesicht gehaltene Fackeln.
Gleich im Anschluss präsentiert der junge Mann die Trampeltiere des Circus. Drei Kamele und zwei Dromedare ziehen gelassen ihre Bahnen durch die Manege. Routiniert werden die verschiedenen Lauffiguren ausgeführt. Schließlich ergänzen vier Esel und zwei Lamas die Formation und zur Freude der Kinder drehen diese auch eine Runde zwischen Logen und Gradin.

Direktor Anton Kaiser ist der „Mann mit dem eisernen Kinn“, der zunächst einen gewaltigen Holzhammer auf der Kinnspitze ausbalanciert. Es folgt ein Stuhl, der in verschiedenen Stellungen frei auf dem Kinn ruht. Nun folgt ein Pyramide, die nach und nach bis auf vier aufeinander gestapelte Stühle erweitert wird und mit großer Sicherheit ausbalanciert wird.
Als Final-Nummer präsentiert der Chef des Hauses die Freiheitspferde. Vier prächtige Friesen, mit rot-weißen Geschirren, zeigen eine breite Auswahl verschiedener Lauffiguren. Ruhig und sicher erfolgen die Aktionen, werden Pirouetten und Volten in unterschiedlichen Formationen gelaufen.
Mit einem kurzen stimmigen Finale, in dem Anton Kaiser seine Familie noch einmal vorstellt, findet das abwechslungsreiche und unterhaltsame Programm seinen gelungenen Abschluss. Beim recht zahlreich erschienenen Publikum fand es offensichtlich großen Anklang wie sich aus dem lebhaften Schlussapplaus schließen lässt.