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Text und Fotos Friedrich Klawiter
AACHENER WEIHNACHTSCIRCUS
Aachen, 07. Januar 2017

http://weihnachtscircus-aachen.eu
Seit Jahren veranstaltet die  Grandezza Entertainment von Thomas Schütte in Aachen die unterschiedlichsten Weihnachtscircus-Shows, z.B. das Weihnachts Festival und FlicFlac Weihnachtscircus usw. In dieser Spielzeit war es der italienische "Circo Acquatico" der Familie Zoppis, den man zum Abschluss der viermonatigen Deutschland-Tournee nach Aachen holte. Die Regie für diese moderne neue Show führte Thomas Merz.
Auf dem Bendplatz, dem inmitten der Stadt gelegenen Festplatz, strahlte der Circus in voller Pracht. Die blendend weißen, mit leuchtend blauen spiralförmigen Bahnen designeten, modern gestylten Zeltanlagen glänzen im Schein der Lichterketten und Leuchtschriften.
Der elegant geschwungene und beleuchtete Edelstahlzaun mit dem breiten Eingangsportal ist mit üppigen Tannengirlanden festlich geschmückt und dutzende Weihnachtsbäume funkeln im Glanz ihrer Lichter.
Der Kassenauflieger und ein Tankauflieger, beide in hervorragender Weise mit den Unterwasserfiguren und Motiven der Show dekoriert, flankieren die Front.
Das festliche Ambiente setzt sich im Vorzelt fort. Roter Teppich bedeckt den Holzboden, die Seiten sind mit blauem Stoff abgehängt, Weihnachtsbäume und Lichterketten sorgen für Flair. Den zentralen Platz gegenüber dem Eingang nimmt der große Verkaufswagen der Restauration ein und zahlreiche weitere Stände sind ringsum entlang der Seitenwände platziert. Durch zwei Tunnels gelangen die Besucher ins Chapiteau.
Das innen blaue Hauptzelt ist mit einem dreizehnreihigen Schalensitzgradin, dessen durch einen Gang abgetrennte vordere drei Reihen die Logenplätze bilden, ausgestattet. Der große Artisteneingang ist einer Grotte nachempfunden und eine große Schatzkiste, Korallenstock und Steuerrad sind davor als Dekoration platziert. Den Platz einer Manege nimmt ein großes, zunächst völlig abgedecktes Wasserbecken von etwa einem Meter Höhe ein.
An vier Traversen zwischen den Masten ist die bestens bestückte Lichtanlage installiert und mit virtuoser Handhabung wird die Show in hervorragender Weise in Szene gesetzt.

Speziell für das Aachener Weihnachtsgastspiel wurden eine Reihe zusätzlicher Darbietungen verpflichtet, so dass sich das Programm gegenüber der Tournee stark verändert zeigte. Thomas Merz übernahm die Regie und formte eine formidable Show, die straff organisiert in temporeichem Ablauf allerbestens unterhielt.
Die sechs Tänzerinnen des Hausballetts und der Weihnachtsmann gestalteten das Eröffnungsbild. Schließlich erscheint ein gefährlich dreinblickender „Hai“, das Plakatmotiv des Circus, mit einem Seil im Maul auf der Bühne.
Die sieben ArtistenIn einer kubanischen Truppe zeigen in schwungvollem Ablauf eine auf die wesentlichen Tricks komprimierte Sprungseil-Darbietung. Im zweiten Teil der Show präsentieren sie ihren trickstarken Auftritt auf dem Russischen Barren. Temperamentvoll tanzt die Truppe auf der Bühne und gekonnt erfolgen die unterschiedlichen Saltos und Pirouetten, die allesamt sicher auf der schmalen Stange gelandet werden. Abschließend zeigen zwei Voltigeure eine veritable Passage.
Laura Urunova präsentiert die einzige Darbietung mit ihren Papageien die einzige Tier-Darbietung im Programm. Fünf Aras und ein Kakadu zeigen sich äußerst gelehrig und arbeiten routiniert ihr Repertoire diverser Tricks. Faszination macht sich breit, wenn die großen Vögel majestätisch und lautlos ihre Bahnen über die Zuschauerränge ziehen und auf kleine Zeichen hin auf die Arme der Tierlehrerin zurückkehren.

Einen formidablen Auftritt bietet das „Duo Funkoholic“ - Konstantin Gvozdetsky und Victoria Biliaouer, am Chinesischen Mast. Mit enormer Leichtigkeit erfolgen die kräftezehrenden und anspruchsvollen Tricks und scheinbar ohne jede Anstrengung spreizt  Victoria Biliaouer die Beine zum Spagat weit über 180 Grad hinaus. Viele Partnertricks sehen nur Konstantin Gvozdetsky sich am Mast haltend und das Gewicht beider tragend, während die Partnerin Einarmer und anderes auf seiner Hand ausführt. Zum Höhepunkt zeigt Victoria einen Absteher mit weitem Spagat während ihr Partner auf ihrem Oberkörper steht.
Elvane Zoppis am Luftring und Jongleurin Shirley Lizzi waren mit ihren Nummern unverändert auch bei Weihnachtsgastspiel zu erleben.
Auch die Clowns Fabio Biggi, Edward Claeys und Joy Costa Larible sind mit einer Reihe ihrer Reprisen weiterhin Bestandteil der Show. Es wird jongliert, mit Popcorn gespielt, mit einem Zuschauer ein Wettkampf im Wasser spucken ausgetragen, getrommelt und mit vier Mitspielern geschauspielert. Alle Reprisen zeichnet ein straffer und pointierter Ablauf aus.
Barto ergänzte die Riege der Spaßmacher mit seinen grotesk-akrobatischen Auftritten. Zunächst zwängt er sich in bestens bekannter Manier durch einen Kleiderbügel und bringt anschließend einen Gummihandschuh, den er mit seiner Nase aufgeblasen hat, zum zerplatzen. Im zweiten Auftritt rutscht er, nachdem der seinen Körper „zusammengefaltet“ hat durch eine viel zu eng erscheinende Metallröhre.
Ein junger Mann aus der Familie Zoppis ist mit einem exzellenten Auftritt an den Strapaten zu erleben. Perfekt in Szene gesetzt startet und beendet er seine Evolutionen im flachen Wasser einer Plane auf der Insel im Bassin, während rings um ihn Fontänen aufsteigen und aus einem ringförmigen Rohr in der Kuppel ein feiner Regenvorhang um die Insel herniedergeht. Enorm kraftvoll werden anspruchsvollen Tricks, die oftmals an „Ringe turnen“ angelehnt sind ausgeführt und beim freihändigen Spagat in den Strapaten beweist er auch enormes Gleichgewichtsgefühl.
Vor der Pause ist nun der rasante Act mit einem Wasserscooter - als Seepferdchen dekoriert, der ein langes Gestell mit einem Ringperch daran in Rotation versetzt, zu sehen.

Der zweite Programmteil beginnt mit dem erstklassigen Trapez-Act des Duo Daring Jones.
Rasant tanzen die beiden Rock n' Roll hoch in der Kuppel, wechseln oftmals die Positionen am Requisit und einige Male schwebt die Partnerin kurzzeitig, total auf jegliche Sicherung verzichtend, völlig frei in der Luft. Mit einem furiosen Wirbel im Nackenhang findet der Auftritt seinen idealen Abschluss. Eine gekonnte und leistungsstarke Luftnummer, wie man sie leider heutzutage viel zu selten sieht.
Die Hand-auf-Hand Darbietung des Duo Matiz bietet kraftvoll und elegant im Adagio-Stil ausgeführter Tricks. Gebanntes mitfiebern im weiten Rund ist beim Schlusstrick angesagt.  Der Untermann versucht, nach effektvoll ausgeführtem Scheinsturz des Partners, sich, auf einem flachen Stuhl stehend und mit den Schultern rücklings auf dem Tisch aufliegend, mit seinem im Handstand stehenden Partner wieder zu erheben.
Der Quick Change des Duo Urunov wird gekonnt vorgetragen sorgt einmal mehr für Verblüffung auf den Rängen. Auch hier auf der sehr begrenzten Aktionsfläche der „Insel“ und dem geringen Abstand der ersten Zuschauerreihen, verliert die Darbietung nichts von ihrer Publikumswirksamkeit.
Mit einer vertiablen Handstandequilibristik findet die Nummernfolge ihren gelungenen Abschluss. Inmitten der sprudelnden Fontänen arbeitet ein junger Artist eine Vielzahl effektvoller und erstklassig ausgeführter Handstandfiguren. Elegant dargeboten und mit flüssigen Übergängen verbunden erfolgen Handstände, Handstandwaagen und Einarmer.
Zum Finale versammeln sich noch einmal alle Akteure auf der Bühne, kommen zum Kompliment auf die Insel inmitten der Fontänen. Natürlich ist auch der Weihnachtsmann wieder mit von der Partie und minutenlange Standing Ovations des enthusiastisch applaudieren Publikums legen ein beredtes Zeugnis von dessen Begeisterung ab. Offensichtlich trifft die Show, die mit Wasser- und Lichteffekten, mit Ballett und und erstklassigen artistischen Darbietungen aufwartete voll die Erwartungen des Publikums.